Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1916)
- Date
- 1916-10-01
- Page
- Seite 564 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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564 Charakterbilder unserer großen Gesetzeslehrer. Stunden dieser Glaube als trügerisch erweist, wird das Tempo immer mehr beschleunigt und dennoch das Ziel nicht erreicht. Dann spielen gewisse Liebhabereien bei den Leitern und Lehrern auch eine bedeutsame Rolle für das Ausmaß* das dem einen oder dem anderen Gebiete zugebilligt wird: der eine protegiert die Romantik des Märtyrertums in den Judenverfolgungen der Kreuzzüge und der folgenden;Jahrhunderte; der andere glaubt im besonderen die Geschichte der Juden in deutschen Landen verfolgen zu sollen; die überwiegende Mehrheit aber wendet ihre fast ausschließliche Liebe der pyrenäischen Halbinsel und 'ihren Dichtergrößen zu pnd weiß mit Erfolg die jugendlichen Herzen für Salomo ibn Gabirol, Jehuda ha-Levi und Abraham ibn Esra zu begeistern. Die Kosten des Verfahrens aber trägt die Geschichte der Gegenwart, bis zu der auch nur schüchtern einige der neueren Schulbücher Vordringen, ohne Hoffnung, daß dieser Stoff in, den Schulen je zur Behandlung gelangen könnte. (Schluß folgt.) Charakterbilder unserer großen Gesetzeslehrer. Yon Dr. S. Eppenstein, Berlin. II. Saadia. (Schluß.) Der Drang nach steter Bereicherung des Wissens führte Saadia, der schon in jugendlichem Alter eine stattliche Schülerzahl um sich geschart hatte, aus seiner ägyptischen Heimat auf Beisen nach Palästina, Syrien und Babylonien, wo die altererbte Kenntnis des Talmud zurzeit ihre Hauptstätte hatte. Dort nahm der junge Gelehrte neue Eindrücke in sich auf, verstand es aber bereits, sich die Achtung der maßgebenden weltlichen und religiösen Kreise zu erwerben, was bei der