Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1916)
- Date
- 1916-10-01
- Page
- Seite 558 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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553 Die Neuordnang des Gescliichtsunterriclits u. s. w. schichte tractiert, um daraus zu ״lernen, einen Wert auf die Güter zu legen, denen Gewohnheit und unangefochtener Besitz so gerne unsere Dankbarkeit rauben, teure Güter, an denen das Blut der Besten und Edelsten klebt, die durch die Schwere Arbeit so vieler Generationen haben errungen werden! müssen“. — Das wird nun anders werden. Wir haben eben auch auf dem Gebiete der Schule die Sentimentalität verlernt und begriffen, daß die Klopstocksche Mahnung an die Germania: ״Sei nicht allzu gerecht“, gebieterisch Beachtung fordert, sollen wir nicht als Volk unter die Räder der verkumpanirten lateinisch-slavischen },Kulturentwickelung“ geraten! Man׳ mag Geschichte des Altertums und sogar noch des Mittelalters unter allgemeinmenschlichen Gesichtspunkten würdigen und vor seinen Schülern behandeln; aber neuzeitliche und gar poch die Geschichte der Gegenwart kann der deutsche Lehrer vor deutschen Schülern nicht anders als unter der Direktive deutschen Empfindens, deutschen Willens und Strebens vortragen und zu Herz und Sinn seiner Zöglinge sprechen lassen. Das heißt natürlich nicht fordern, daß deutscher Chauvinismus gefördert, Bedeutung und Leistung der anderen Völker herabgesetzt und alles Unserige in den Himmel erhoben werde. Aber vor diesen Ausschreitungen schützt uns die objective Ruhe, zu der die wissenschaftliche Vorbildung von der Universität her, unser ■Lehrpersonal genügend erzieht. Sondern national im besten Sinne des viel mißbrauchten Wortes darf und soll fontan unser Geschichtsunterricht an den höheren Schulen angetrieben und inspiriert sein und den Blick des Schülers ,für die wirkenden Kräfte, die aus dem gestern das heute erzeugen, eröffnen. Und damit sind wir bei dem Punkte angeiangt, der uns als Juden, neben dem׳ Interesse, das wir als Staatsbürger, und zumal als solche, die in hohem Procentualsatz ihre Kinder den höheren Schulen znführen, an so tief eingreifenden Schulfragen naturgemäß nehmen, noch besonders angeht. Wer sehenden Auges den Geschichtsunterricht, wie er sich bisher vollzog, verfolgte, mußte feststellen, daß er weit über Gebühr