Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1916)
- Date
- 1916-10-01
- Page
- Seite 555 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Neuordnung des Geschiciitsunterrielits u. s. w. 555 wissen und lernen wir 2. R. heute noch von der Geschichte der Japaner und Chinesen, und dabei, wer wagte es heute die Zukunft so vorherzusagen, daß wir nicht vielleicht schon in absehbarer Zeit durch die Entwickelung der Weitereig7 nisse gezwungen sein werden, uns intensiv mit der Kultur* entwickelung dieser Nationen zu beschäftigen, wie wir uns jetzt bemühen, das lange vernachlässigte Verständnis für das geschichtlich gewordene Wesen der Völker des Islams׳ durch Belehrung in Wort und Schrift uns zu ,erschließen. Schon dieser äußere ,Grund, der Zwang zu einer Oekonomie der Zeit drängt gebieterisch nach der Richtung der Aufdeckung einer Methode des Geschichtsunterrichts, die, ohne Wesentliches zu übersehen, und ohne oberflächlich zu wirken, das Tatsachenmaterial doch genügend zusammenpreßt, um Zeit und Raum für einen Überblick über das Geschichtsganze und daneben für einen Einblick in die großen Zusammenhänge der! Weltgeschehnisse und der darauf aufgebauten Kulturentwickelung der Menschheit zu schaffen. So allgemein aber diese Erkenntnis, so umstritten war der Weg zur Abhilfe. Es genügt, auf den mit größter, gegenseitiger Erbitterung geführten Kampf zwischen den Vertretern der pragmatischen und der kulturhistorischen Methode, der bis zum heutigen Tage noch nicht ausgetragen ist, hinzuweisen; keine der beiden Riehtungen hat die andere zu überzeugen, keine die Oeffentlichkeit und die maßgebenden Stellen für ihre Ideen zu gewinnen vermocht. Es ist das Verdienst der neuen Verordnung, daß sie, unbeirrt durch diesen Streit der Meinungen, ihren eigenen Weg gegangen ist und den Gedanken der Auslese, der in allen anderen Wissensfächern schon längst unser Unterrichtssystem beherrscht, nunmehr auch in das Gebiet des Geschichtsunterrichts eingeführt hat. Für die philologischen wie für die naturwissenschaftlichen Disciplinen versteht es sich, seitdem es überhaupt ein modernes Schulwesen giebt, von selbst, daß man dem Schüler nicht etwa den ganzen