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Jeschurun · 1916-10-01 · Heft 10 (Oktober 1916) · p. Seite 554

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 10 (Oktober 1916)
Date
1916-10-01
Page
Seite 554 (sequence 28)
Language
German
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554 Die Neuordnung des Geschichtsunterrichts u. s. w. jetzt in den Oberklassen Preußischer Gymnasien im Geschichtsunterricht das Jahr 1848 und damit das Entstehen des Yerfassungsstaates, das Jahr 1866 und mit ihm der Bruch mit dem Legitimitätsprincip, das Jahr 1870 als die Geburtsstunde des Deutschen Kaisertums und des Deutschen Reichstags und so fort die Ereignisse, deren Zeugen wir Älteren; waren, bis zu dem Weltkriege, den mit teilnehmender Seele die Schüler seifet erleben und verfolgen, nicht nur oberflächlich gestreift, nicht in vorsichtiger Verclausulierung behandelt, sondern daß ihr Gedankeninhalt, soweit möglich, tief genug ausgeschöpft werden soll, um ׳den denkenden Schüler in den Ereignissen des Hages den Niederschlag der vorbereitenden Kräfte in •der Vergangenheit erkennen zulassen! — Der ׳Fachmann wird neben diesem leicht •noch eine große Reihe anderer Ergebnisse feststellen können, die einen Bruch mit festgewurzelten Anschauungen und liebgewordenen Gewohnheiten bedeuten; für den Laien genügt die eine Erkenntnis, daß endlich auch der Geschichtsunterrieht aus seiner Versteinerung und Lebensfremdheit erlöst und gleich den anderen Schulfächern durch seihe Verbindung mit dem Stoffwechsel des Tageslebens unmittelbar dem Leben dienstbar gemacht wird. III. Man kann Geschichte, insoweit sie sich als Lehrstoff dem System unseres Erziehungsunterrichts einfügt, wohl am besten unter dem Bilde eines lebenden Organismus von unbegrenzter Körperzellentätigkeit und unbegrenzter Körperzellenvermehrung betrachten. Jeder vergangene Tag mit seinen großen und kleinen Geschehnissen im Leben der Völker der Erde gehört ja bereits der Geschichte an, deren Stoff er mehrt, und dieser schon so beängstigende Reichtum durch Wachstum erfährt noch dazu seine Vermehrung vom Rande her dadurch, daß immer mehr und mehr der ״außergeschichtliehen“ Völker durch die Einflüsse der Weltpolitik als Mitwirkende auf das Welttheater berufen werden. Wie wenig

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