Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1916)
- Date
- 1916-10-01
- Page
- Seite 551 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die Neuordnung des Geschichtsunterrichts u. s. w. 551 Die Neuordnung des Geschichtsunterrichts in den höheren Schulen Preußens. Von Dr. Ed. Biberfeld, Berlin. Am 2. September 1915, dem Tag von Sedan, vollzog sich im Preußischen höheren Schulwesen ein Ereignis von weittragender Bedeutung, die es gerechtfertigt erscheinen läßt, wenn heute, bei der ersten Wiederkehr jenes Tages, seiner hier gedacht wird. Von diesem Tage ist, nämlich die Verfügung des Preußischen Kultusministers datiert, die unter der diskreten Firma einer ״S 10f f versch i eb ung im Geschichtslehrplan zu Gunsten der neuesten Geschichte“ tatsächlich es unternimmt, den Unterricht in diesem für die geistige und sittliche Durchbildung der heranwachsenden Sehülergeschlechter so unendlich wichtigen Lehrfach wenigstens für die höheren Lehranstalten auf eine neue Grundlage zu stellen. Ob der Wahl gerade dieses Tages füll die Veröffentlichung der Verfügung eine tiefere Absicht unterlag, darf ununtersucht bleiben; richtig aber ist, daß sie ebenfalls einen Sieg des Fortschritts über veraltete und überlebte Entwickelungsformen, denen das Totenglöcklein schon längst geläutet war, bezeichnet. Das überaus geringe Maß von Beachtung und Aufmerksamkeit, die die so tief einschneidende Maßregel damals in der Öffentlichkeit fand, darf am allerwenigstem als Wertmesser ihrer Bedeutung gelten. ,Abgesehen von einigen, von Berufswegen den Schulangelegenheiten nahestehenden Männern, hat kaum einer sonst seine Stimme zu dieser Frage erhoben und selbst die großen Tageszeitungen, Zeitschriften usw., die die öffentliche Meinung widerzuspiegeln berufen erscheinen, haben sich fast ausnahmslos auf! die Angabe des Inhalts der Verfügung, allenfalls auf eine kurze Erläuterung ihrer Einzelbe- Stimmungen beschränkt. Das ist bedauerlich, aber aus den! Zeitläuften verständlich. Mars regiert eben ausschließlich die Stunde und beschlagnahmt die Anteilnahme der Oeffentlichkeit an den Vorgängen des Tages so vollständig, daß neben