Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1916)
- Date
- 1916-10-01
- Page
- Seite 546 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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546 Aus unserer Haggada-Literatur. und zufrieden von ihrer Hände kümmerlicher Arbeit. Einst geschah es, daß der Rüsttag des Sabbath herankam. und ihr Tisch war leer, und kein Brot war im Korb und sie hatten nichts, wovon sie leben sollten am heiligen Sabbath. Da ging in seines Herzens Not der Mann hinaus aufs Feld, warf sich auf die Knie und betete zu Gott, daß er ihm und seinem *Weibe Nahrung gebe. Und siehe, es geschah ein Wunder. Der Himmel öffnete sich, und von unsichtbarer Hand wurde ein Edelstein von seltener Kostbarkeit ihm dargereicht. Dankbaren Herzens nahm er ihn entgegen, und am Tore der Stadt tauschte er ihn um gegen Geld und allerhand Speisen. Und kehrte reichbeladen heim, und stellte frohgemut die Schätze auf den Tisch des Hauses. Doch als das Weib all diesen Reichtum sah, da war das erste, was aus ihrem Munde kam, die bange Frage, von wannen dieser ihm geworden. Und als er schämig mit der Antwort zögerte, da dachte sie in ihrer Herzens Reinheit an Schlimmes, an Unrechtes Gut und tat verängstigt drum den Schwur, daß nichts von jenen Dingen ihre Zunge koste, als bis sie ihren Ursprung nicht erfahren. Da erzählte ihr der Mann von dem Wunder, das ihm geworden und wie Gott ihm gegeben, worum er gefleht. Und abermals zuckte der Schmerz über des Weibes stolzes Gesicht und wieder kanfs wie ein Schwur aus ihrem Munde: auch jetzt werd ich nichts davon genießen, trag? es zurück am Sabathausgang, von wannen dirs geworden und gib es dem wieder, der dirs gewährt. Das ist ja unverdientes, unerworbenes Gut, und ferne sefs, von uns die Hände danach auszustrecken! Was wir hienieden nicht errafft, nicht gesegnet haben mit dem Schweiße unseres Angesichtes, das dürfen wir nimmer genießen, dürfen nicht ernten, was wir nicht selbst gesät, weil unseren Anteil wir uns schmälern an dem Jenseits und vorweg uns nehmen seine Freuden. Und enttäuscht trug der Mann die Schätze zurück, der Reichtum verließ die Hütte, und die Armut zog wiederum dort ein. (Schemoth-Rabba 52, 3) 2. Wahre Wohltätigkeit. Als der König Salomo vom Thron verstoßen war, irrte