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Jeschurun · 1916-10-01 · Heft 10 (Oktober 1916) · p. Seite 545

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 10 (Oktober 1916)
Date
1916-10-01
Page
Seite 545 (sequence 19)
Language
German
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Aus unserer Hagada• Literatur. 545;an der Lust des Andern, hier des höchsten Wesens, ich freue mich weil ich gewürdigt bin, Gott eine Freude zu bereiten. לעשות גהה רוה לבורא Gottes Gebote erfüllen aus Freude an Gottes Freude, das ist der Sinn der שמחה של מציה. (Schluß folgt). J. W. Rus unserer Haggada-Literatur. Von Rabbiner Dr. A. Levy, Berlin. Es ist bekannt, daß unsere Weisen bei all ihrem Ernst und nüchternen Denken den Sinn für Ästhetik sich wohl zu wahren gewußt und für Schönes und Erhabenes allezeit Verständnis und Liebe gezeigt haben. Wenn im Lehrhause die strenge Logik der Diskussionen schwieg, wenn in der ״großen Fechterschule״ der Halacha die Waffen ruhten, dann gaben die Meister sich gerne dem friedsamen Spiel schönheitsfreudiger Hagada hin und labten an ihr Geist und Gemüt. Und wie in seinem Werke der Künstler lebendig eine große Idee darstellt und sie kraftvoll zu uns sprechen läßt aus der stummen Anmut seiner Schöpfung, so liebten es unsere Alten, sittliche Gedanken plastisch darzustellen, in die konkrete Gestalt von Erzählungen zu kleiden, die am eindrucksvollsten sich dem mitteilten, der ihren Sinn zu erfassen und aus der Schale den Kern zu ent־ nehmen verstand. Solcher Erzählungen finden sich die Menge in unserem Schrifttum, sind dem Wissenden wohl bekannt, verdienen aber auch, in jene Kreise getragen zu werden, die nicht imstande sind, aus der Quelle zu schöpfen und doch gern sich freuen an dem שיחה חולין unserer Weisen. Es sollen darum in freier Wiedergabe aus der Fülle des Ganzen einige Hagadoth im folgenden nacherzählt werden: 1. Arbeit ist des Menschen sittliche Pflicht. Es lebten zwei arme Leute, Mann und Weib, die fristeten in schlichter Frömmigkeit ihr Leben und nährten sich heiter 35*

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