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Jeschurun · 1916-10-01 · Heft 10 (Oktober 1916) · p. Seite 544

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 10 (Oktober 1916)
Date
1916-10-01
Page
Seite 544 (sequence 18)
Language
German
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544 שכלחדו של נלצוד?!nach dem־ Guten aus seiner Natur heraus ohne jeden Kampf mit seiner Leidenschaft strebt, 16) während die Weisen meinen: ״,Je größer der Mensch, desto heftiger sein Trieb“17) ״Dem Schmerz entsprechend, den die Ueberwindung gekostet, ist! der Lohn“18), ״Man sage nicht, ich will nicht Fleisch und Milch genießen usw., sondern ich möchte wohl, aber was soll ich tun, Gott hat es $0 bestimmt“ 19). Und M. löst ihn durch die Bemerkung: Für die Gesetze der Vernunft, für die natürliehe Religion, wie wir heute sagen würden, gilt, daß die edle Seele nach einer Uebertretung kein Verlangen trage. Aber die Satzungen der Offlenbarungsreligion, auf die wir nie gegekommen wären, wenn Gott sie nicht uns geboten, die sollen wir eben nur üben, weil sie uns Gott geboten hat, und ihre Befolgung erhält dadurch einen höheren Wert, daß wir von Natur nicht geneigt sind, sie zu beobachten. Darum heißt es ja auch nicht in dem letzterwähnten Satze: man sage nicht: ich will keinen ermorden, ich will nicht stehlen, nicht lügen... sondern ich will nicht Fleisch in Milch usw. genießen, lauter nur aus der jüdischen Offenbarung gewonnene Bestimmungen. Es liegt uns fern zu behaupten, es könne die Liebe zu Gott und die Freude an Gott nicht zur Geltung kommen;durch die Betätigung in dem, was durch das Sittengesetz Gemeingut aller Menschen ist. ״Wie Er barmherzig, so sei auch du barmherzig“ 20). der Gedanke wird ja in allen Formen variiert. Aber dennoch ist an sich eine sittliche Vervollkommnung des Menschen denkbar ohne die Beziehung zu Gott, und alle Ethik als-‘ Wissenschaft versucht doch die Ethik von der Religion zu lösen. In dem, was ich übe aus meiner Natur heraus, kann ich die völlige Hingabe an Gott nicht recht zum Ausdruck bringen. Dort aber, wo ich!mich ganz meines Selbst entäußere, wo ich denke, fühle und handle, nur weil es Gott geboten hat, da betätige ich die höchste, weil völlig interesselose Liebe; ich empfinde Lust *«) Prov, 21, 10. 15. זו) Sukka 52 a. 1S) Aboth V 23 19) Vgl. oben S. 538. 20) Sabbath 133 b.

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