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Jeschurun · 1916-10-01 · Heft 10 (Oktober 1916) · p. Seite 540

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 10 (Oktober 1916)
Date
1916-10-01
Page
Seite 540 (sequence 14)
Language
German
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מ54 שמחה של כלצוה Und es ist wohl charakteristisch für den Gegensatz zwischen dem lebensfrohen aber der Entartung anheimgefallenen Hellenen־ tum und dem bei aller Freudigkeit vom Ernst beherrschten Judentum, daß dort auf die Vorführung der Tragödie das Satyrspiel folgte, hier die Freude ausklingt in Gedanken der V ergänglichkeit. III. "Wir haben uns bis jetzt an der Peripherie des Begriffes שמחה של מצוה gehalten. Einen viel umfassenderen Sinn gewinnt das Wort, wenn wir darunter die freudige Stimmung verstehen, die den Menschen erfüllt, sobald in seiner Seele alle Kräfte harmonisch zusammenklingen und er mit seiner Liebe den höchsten Gegenstand, die Gottheit, umfaßt. Man müßte den aus Sabbath 30 b oben erwähnten Gegensatz zwischen שמחה של מצוה und שמחה שאינה של מצוה dementsprechend sinngemäß wiedergeben mit den Worten: Eine Freude, wie sie sein soll und wie sie nicht sein soll. Zum näheren Verständnis eine kleine Bemerkung aus der Psychologie. Freude und Liebe sind durchaus verwandte Gefühle. Sie sind beides Affekte, entsprungen Gefühlen der Lust, die erst ihren Inhalt erhalten durch eine Association mit der Vorstellung dessen, was ihre Ursache ist. Die Vor- Stellung von dem, was mit dem Lustgefühl in wesentlicher Verbindung steht, verschmilzt mit diesem und bestimmt es in einer gewissen Bichtung. Es entsteht ein unwillkürlicher Drang zum Festhalten dessen, was Lust erregt. Die Freude ist dieser Drang von der passiven kontemplativen Seite gesehen, ist die Lust am Verweilen beim Objekt; die Liebe be־ zeichnet die aktive Seite, den Trieb zu einer Handlung, die das Objekt sichern kann. Auf einer höheren Stufe der Ent- Wickelung entsteht dann die Sympathie der Liebe, Lust an der Lust anderer.1) »Man sieht, es kommt für den Adel der Freude auf das Objekt an. Und das triebartige, das Begehren, alle Schlacken, *) Vgl. Höffding Psychologie Leipzig 1887 S. 294 ff.

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