Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1916)
- Date
- 1916-10-01
- Page
- Seite 534 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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534 שמחה! של מצוד: ״Es heißt einmal in der Schrift ״Ich lobe die Freude“ (Koh. 8,15) und andererseits: ״Und die Freude, was kann die schaffen“ (Koh. 2,2). Aber das ist kein Widerspruch: ״Ich lobe die Freude, das ist שמחה של מצרה und die Freude, was kann die schaffen, d. i. שמחה שאינה של מצרה. Das will dich lehren, daß die Herrlichkeit Gottes sich nicht auf Einen niederläßt, wenn man betrübt ist, usw. sondern, wenn man erfüllt ist von שמחה של מצרה wie es heißt (II. Kön. 3,15). ״Jetzt aber holt mir einen Saitenspieler. Jedesmal, wenn der Saitenspieler spielte, kam über ihn die Hand Gottes“ (Sabbath 30 b). ״Ein Freudenlied15) von David, das lehrt, daß er ein Lied sang und nachher auf ihn die Herrlichkeit Gottes sich niederließ; das zeigt, daß die Herrlichkeit Gottes sich nicht auf einen niederläßt, wenn man betrübt ist usw., sondern, wenn man erfüllt ist von שמחה של מציה (Pesacliim 117a) 16). ‘Nun ist aber nach Rabbinovicz Dikduke Soferim in allen drei Stellen die Wendung שמחה של מציה nicht gesichert. In alten Handschriften und älteren Ausgaben und! in Oitaten älterer Autoren findet sich nur das Wort שמחה. Sodaß wir nur den Gegensatz haben, der in Sabbath 30 b auf Grund der beiden sich widersprechenden Stellen in Koheleth zwischen einer Freude, die aus nichtigen Gründen entspringt, und einer Freude, die geboten ist, konstruiert wird. Wie לג) Arachin 11 a. 15) So wird מזמור an unserer Stelle und auch sonst vom Talmud aufgefaßt. Ygl. Berachoth 7 h zu Ps. 8, 1 ו6נ מזמור לדרד קינה לדוד מימני ליה Über Berachoth 9 b דאדם גדול חרא ושמח במצות wird weiter unten die Rede sein. 17) Es hat übrigens Keiner der christlichen Theologen diese Stellen behandelt. Merkwürdigerweise geht auch Schechter in seinem oben erwähnten Aufsatz a. a. 0 auf die Stellen nicht ein, ja unter den zahlreichen Ci taten, die er bringt, fehlen gerade diese, Schechter hat hier nicht den Yersuch einer genauen Begriffsbestimmung wie in den andern Abhand־ lungen gemacht. So kommt es, daß er viel mehr von der Innerlichkeit der;jüdischen Pflichterfüllung spricht, von dem, was man heute Religiositat im Gegensatz zur Religion nennt und über das Wesentliche der שמחה של מצוד wenig sagt.