Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1916)
- Date
- 1916-10-01
- Page
- Seite 531 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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טכלחד! טל כל:צוה ב53 der Krieg und seine Folgeerscheinungen uns tagtäglich schüttelten, die Bestimmungen der Kriegsgesetze würden uns in unserer Behaglichkeit und unserem Frohsinn nicht stören. Das soll natürlich nur ein Gleichnis sein; wir wissen am besten, wie sehr es hinkt. Aber es vermag den Fernstehenden dem Gedanken nahe zu bringen, wie w׳enig selbst Vorschriften, auf deren Übertretung schwere Strafe steht, als Fesseln empfunden werden. Noch ein anderes mag zur Entschuldigung jener schiefen Beurteilung angeführt werden, die unser Religionsgesetz gefunden. Es kommen in der Tat eine Reihe von Aussprüchen vor, in denen von einem Joch des himmlischen Reiches6), einem Joch der Gebote7), von einem Joch der Thora8) die Rede ist. ״Israel“ meint, ein Midrasch kann nur essen, wenn •es die Tiere geschachtet hat, während die anderen Völker ohne weitere Vorschrift nach jeder Tötung genießen können. Bei Eurem Leben, spricht Gott, ihr sollet dereinst genießen von dem, was nicht geschachtet ist9). Der Frau erscheint die Zeit der gebotenen rituellen Trennung von ihrem Manne besonders lang, weil es Tage des Schmerzes sind10). Es wäre seltsam, wenn der Ernst des Gottesgebotes, wenn der Gedanke, daß Israel mit der Würde, das auserwählte Volk zu sein, auch eine Bürde auf sich genommen, nicht in unserem Schrifttum zum Ausdruck käme. Aber gehen wir dem׳ Sinn der citierten Stellen nach, so sehen wir, daß mit dem Terminüs ״Joch“ gar nicht das drückende schwer lastende gemeint sein kann. Denn .קבלת עול מלבות שמים das Aufsichnehmen des Joches des himmlischen Reiches geschieht durch das Lesen der ersten Verse des 6) Berachoth II, 1 u. ö. ד) ebds. 8) Aboth III, 5. 9) Tanchuma?ראד c. 6. 10) ebds.?בלצור c. 6. — Im Kusari ni 14 wird vom König dem Meister eingewandt, daß die vor jedem Genuß gebotenen Segenssprüche eine besondere Mühe sind. Vgl. die Antwort des Meisters dort, der die feine psychologische Bemerkung macht, daß gerade das Sichbewußtwerden des Genusses durch den Segensspruch den Genuß erhöht.