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Jeschurun · 1916-10-01 · Heft 10 (Oktober 1916) · p. Seite 529

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 10 (Oktober 1916)
Date
1916-10-01
Page
Seite 529 (sequence 3)
Language
German
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טכלחזי* טל בלהברדל 529 Religion hinzustellen. Dem Gott der Liebe, wie ihn das Neue Testament erst verkündet haben soll, mußte der Gott des Alten Bundes als der Gott der Rache und des Zornes gegenübergestellt werden, zum mindesten als der der unerbittliclien Strenge, der sein Volk m^t der Fülle seiner Forderungen erdrückt. Und je mehr die neuere christliche Exegese sich zu einer rein wissenschaftlichen Forschungsmethode bequemte und auf Grund des tieferen Eindringens in den schlichten Wortsinn der Bibel erkannte, daß diese Theorie, von' der Besonderheit des altbiblischen Gottes nicht aufrecht zu erhalten sei, um so mehr versuchte sie wenigstens dem Spätjuderitum diese Vorstellung von Gott uiid diese 'Empfindüngen über das Gesetz zjizusehreiben. .Was bei den Propheten und den vermeintlich älteren Bestandteilen des Pentateuchs nicht nachzuweisen war, das sollte dann eben eine Schöpfung der im ,,Priesterkodex“ niedergelegten Gesetzgebung Esras und der in ihren Fußtapfen wandelnden der Pharisäer sein4) Auch hierüber zu diskutieren verlohnt sich für den Juden nicht. Dem Vorurteil, das die unzähligen Stellen, in denen von der Liebe Gottes zu seinem Volke und der Güte, aus der herauf die Gebote gegeben sind, nicht sehen will, ist jedes weitere Wort zwecklos 5).v Wir unsererseits wissen, daß in den — gerade nach der Anschauung jener Theologen — für diese Zeit charakteristischen Psalmen, daß in Talmud una Midrasch die Liebe zu Gott und zu seinen Geboten, aus heißem Herzen hervorbricht und mit warmen Worten immer wieder gefeiert wird. Wir können nur lächeln, wenn wir uns das Bild vor Augen führen, wie wir;den Nichtjuden 4) Daß dies psychologische Moment zum Siegeszuge der Graff Wellhausens chen Theorie beigetragen hat, habe ich nachzuweisen gesucht a. a. O. S. 16—21. 5) Wie ja auch Bousset den jüdischen Beurteilem seines Werkes ״die Eeligion des Judentums im neutestamentlichen Zeitalter״ II. Aufläge S. VIII bemerkt, ״daß sie vielfach von einer Grtmdanschauung ausgehen, mit der eine Verständigung kaum möglich seih dürfte.“ 34*

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