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Jeschurun · 1916-09-01 · Heft 9 (September 1916) · p. Seite 525

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 9 (September 1916)
Date
1916-09-01
Page
Seite 525 (sequence 63)
Language
German
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Unsere Opfer. 525 Das sind Worte, hättest du gesagt, die auch jeder andere sprechen könnte. So dachtest du in deiner Bescheidenheit, die in ihrer Vollendung dich zierte. Aber wir wissen es anders. Die sonnige Heiterkeit, die auf deinem Antlitz leuchtete, da du nach den furchtbaren Erlebnissen bei uns auf Urlaub weiltest und die wir anstaunten wie ein holdes Wunder, sie war nur möglich, weil diese Keuschheit und diese Sehnsucht und dieser Trost und dies Gottvertrauen, von denen du sprachest, nicht Worte waren, nicht Angelerntes, nicht Anempfundenes, sondern dem Urgrund deines Wesens entsprangen. Dein Geistesbrot und deine Seelenzehrung, dich emporhebend über die Niederungen des Lebens, daß du den Heiligen gleich unter uns wandeltest. Der Talmud erzählt: Wenn R. Jochanan an das Schriftwort kam: ״Sieh, auch zu seinen Heiligen hat er kein Vertrauen“ dann brach er in Tränen aus. Zu wem könnte Gott Vertrauen haben, wenn nicht zu seinen Heiligen?! Eines Tages sah er unterwegs einen Mann Feigen pflücken; der nahm die unreifen und ließ die reifen am Baum. Da fragte er ihn: Sind denn die reifen nicht besser? Und jener antwortete: Ich brauche sie für die Reise, die unreifen halten sich, die anderen aber nicht. Da sagte R. Jochanan: Das meint die Schrift: Auch zu seinen Heiligen hat er kein Vertrauen (Chagiga 5 a). Durch das ganze jüdische Schrifttum zieht sich der Gedanke von der Bedeutung, die dem Verdienst der Frommen zu ihren Lebzeiten und nach ihrem Tode für den besonderen Kreis ihrer Lieben und für die Gemeinschaft Israels innewohnt. Wie wir ihn in unsere religiöse Gesamtanschauung auch einordnen mögen1), wie wir ihn zu begründen suchen, er stellt eine der wichtigsten und unzweifelhaftesten Lehren in Talmud und Midrasch dar. Das Verdienst der Frommen, das sühnend und beglückend für die Menschheit eintritt, ist im gewöhnlichen Laufe der A) Einen solchen Versuch habe ich in der Abhandlung ״das Verdienst der Väter״ (Festschrift für S. Carlebach S. 98—145) unternommen,

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