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Jeschurun · 1916-09-01 · Heft 9 (September 1916) · p. Seite 526

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 9 (September 1916)
Date
1916-09-01
Page
Seite 526 (sequence 64)
Language
German
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526 Unsere Opfer. Welt das Verdienst der in ihrer Reife dahingegangenen Gerechten. Auch sie haben gesündigt, denn es lebt Keiner auf Erden sein Leben aus, ohne daß er sündigt. Aber aus dem reichen Schatz ihrer guten Taten werden dennoch die Mängel ausgeglichen, die die fehlende Menschheit der abwägenden Gerechtigkeit darbietet. Wenn aber die Welt aus den Fugen geht, die Gottheit — wenn man das kühne Wort wagen darf — ihre Stätte verläßt, dann bedarf es nicht nur des Verdienstes der Gerechten und Frommen, dann müssen die Heiligen eintreten. die noch nicht von der Sünde gekostet, das sind nicht die Kinder, die noch kein Verständnis für die Sünde, keinen freien Willen und darum keine Verdienste haben, das sind die Jünglinge, die noch nicht völlig zu Männern herangereiffc und darum noch verschont geblieben von den Mängeln, mit denen der Kampf und der Streit des Lebens auch das reinste Streben befleckt. Die nimmt dann Gott zu sich, er bedarf dieser Heiligen und furchtet, auch sie könnten ihm verloren gehen, sie würden, wie es das Los der Menschen ist, einmal straucheln und nur der Gerechten, der Frommen Einer werden. Sollen wir nicht dies Talmudwort uns zu eigen machen, das doch nur in jüdisch-religiösem Gewände ausspricht, was auch die Dichter singen, daß jung stirbt, den der Himmel liebt? Gott hat es in seinem Ratschluß so geordnet, aber wir beten dennoch zu Ihm: Sprich endlich zum Todesengel, daß er sinken lasse seine Hand. Denn, sieh, 0 Gott, nicht um unseretwillen bitten wir, sondern um Deinet- und Deines Namens willen den wir verherrlichen sollen auf Erden. Sie sind ja 'צבאית ה: Deine Soldaten, Herr, sie müssen ja hier auf Erden für Dich streiten, wie soll Dein Reich auf Erden gegründet werden* wenn Deiner Krieger beste fallen. Es nahen die erhabenen Tage, an denen Du wieder einem jeden zuteilst sein Geschick► Gedenke unserer, unserer Armut und Verlassenheit und nimm unsere letzte Stütze nicht hinweg von unserem Angesichtet X W► Druck von Max Scfamersow, Kirchhain N.-L. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlgemut!!, Berlin. Verlag des Jeschurua, Berlin►

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