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Jeschurun · 1916-09-01 · Heft 9 (September 1916) · p. Seite 524

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 9 (September 1916)
Date
1916-09-01
Page
Seite 524 (sequence 62)
Language
German
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524 Unsere Opfer. Himmeisgütern so reichen Natur, weil du nur dich selber zu geben brauchtest, nur auszusprechen, was in deines eigenen Wesens Tiefen schlummerte, weil den reichen Gaben des Geistes ein in dieser Vollkommenheit seltener Schatz von religiös-sittlichen Eigenschaften entsprach. Wie kann ich schildern, was so edel und rein, daß nur wir, denen du ein köstliches Erlebnis wärest, es zu würdigen vermögen? Aber die Leser dieser Blätter mögen sich an den Aufsatz erinnern, den du ihnen vor einem Jahre botest, auf losen Papierfetzen mit Bleistift hingeworfen und von der Front mir zugeschickt. Wie spiegelt sich in der Beantwortung der Frage ״Wie können wir im Felde die Ehre des Judentums wahren und heben“ג) deine schöne, deine reine Seele! ״Nicht nur in Handlung und Rede, selbst im Gesichtsausdruck eine edle Keuschheit an den Tag legend, wollen wir unser Antlitz die stete Ehrfurcht vor Gott wiederspiegeln lassen und uns so unserer Väter und Ahnen würdig erweisen, die am Sinai Gottes Herrlichkeit geschaut“. ״Nur wer die Sehnsucht nach dem wahrhaft Guten kennt, weiß, was ich leide beim Schmachten meiner Seele nach den Hallen der Thora- Wissenschaft“. ״Das erhebende Bewußtsein kann uns trösten, durch unser Betragen bewirken zu können, daß durch uns der Namen Gottes beliebt werde, daß unsere Umgebung uns preist als Kinder, die Gott gesegnet, ein Gott der Wahrheit und des Rechts“. ״Wie sollten wir als gläubige Juden die Furcht unserer Herr werden lassen, sind wir doch von der unerschütterlich festen Ueberzeugung beseelt, daß der Allmächtige uns überall zu schützen und zu schirmen vermag, daß das Verderben uns nicht nahen kann, auch wenn Tausende und Zehntausende neben uns fallen. Und wir wissen nicht minder, daß, wenn ein unerforschlicher göttlicher Wille es anders bestimmt, wir Gott nicht entfliehen können: Unsere Füße sind unsere Bürgen, sie führen uns an den Ort, wo unser Schicksal unserer wartet.“ *) Jeschunm II S. 373—381.

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