Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 9 (September 1916)
- Date
- 1916-09-01
- Page
- Seite 523 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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Unsere Opfer. 523 Moses Jacobson זכר צדיק לברכת du Frommer, dessen Andenken immer zum Segen sein wird! מה פרצת עליך פרץ Warum hattest du es so eilig, den Riß zu machen?! :Wußtest du nicht, daß du nicht nur Eltern und Geschwister, nahe und ferne Verwandte, daß du auch Lehrer, Mitstrebende und Schüler, daß du einen jeden, der dir näher getreten, mit dem Reiz deiner Persönlichkeit in den Bann schlugst, daß unserer aller Seele geknüpft war an deine Seele, daß du uns alle verwaist zurückließest, daß wir alle bei der Nachricht von deinem Tode schmerzdurchwühlt ausrufen würden: Wehe, wehe, was ist hier für uns zusammengebrochen, unheilbar ist diese Wunde! Wer wird jetzt mit diesem Ernst und mit dieser Sicherheit, so in die Tiefe dringend und sachgemäß Fragen stellen und Antwort geben beim Lernen? Weißt du noch, wie froh wir waren, da das ״Hamburger Kind“ von der ״Preßburger Jeschiwa“ kam und wir in dir den Jüngling erkannten, der einst berufen sein würde, das große osteuropäische Thorawissen mit westeuropäischer Bildung harmonisch zu vereinen? Denkst du noch an den Brief in לשון הקדש den du mir aus dem Felde geschrieben und meiner Antwort, in der ich mein Entzücken aussprach über dies klassische Hebräisch, da ich dich erstaunt frug, wo du dir diese vollendete Fähigkeit in so jungen Jahren angeeignet? Und deine erste Predigt! Du hattest doch immer gelernt und gelernt und wenn du zu Besuch warst, wurde ein gut Wort erzählt oder ein Din erörtert. Du hieltest doch nicht so viel von ״Kunst und Literatur“ und noch in deinem letzten Briefe schriebst du mir, du hättest jetzt im Lazarett ein Buch gelesen, das zur ״sogenannten Bildüng“ gehört. Wo hattest du nur diese formvollendete, begeisterte und begeisternde Sprache her, aus welchen Quellen strömte dir der Sinn für das Schöne, woher nahmst du die hinreißende Gewalt deiner Worte?! Ich will es dir sagen, du Freund meiner Seele! Weil das Wort Gottes in dir lebte wie eine lodernde Flamme, weil alles aus deinem eigenen Innern hervorquoll, aus deiner an