Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 9 (September 1916)
- Date
- 1916-09-01
- Page
- Seite 518 (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2292929-2292955-2292965--01654-2294912- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
518 Literarische Notizen. Verse gehören, in denen der Ausdruck מלך buchstäblich sich findet. Es scheinen aber alle darin übereinzustimmen, daß inhaltlich das מלכות Gottes in dem V. שמע ישראל enthalten st. Wird doch in der Mischna (Berachot 13a) das Lesen dieses Verses als קבלת עול מלכות שמים bezeichnet, und auch der Talmud (Das. 13b) sagt von einem, der diesen Vers gesprochen, אמליכתיה (du hast Gott als מלך erklärt). Wieso in jenem V. das ־ מלךEpitheton Gott beigelegt wird, erklärt R. Samuel Edeles (מהרש״א) damit, daß מלך, von Gott gebraucht überall die Alleinherrschaft Gottes ausdrückt. Das Wort bedeutet in diesem Falle ״Monarch“. Demnach wird in dem Verse שמע־אהד Gott als מלך erklärt. Es ist merkwürdig, daß Edeles hiermit, gleichsam divinatorisch, einen Gedanken ausgesprochen hat, der auch bei Philo von Alexandrien sehr oft zu finden ist. In der Schrift ״Quis rerum divinarum haeres sit“ § 35 sagt Philo, der Dekalog sei eingeteilt in zwei Pentaden, deren erste die Pflichten gegen Gott, die andere aber die Pflichten gegen die Menschen enthalte. Unter den Pflichten gegen Gott sei das erste Gebot das, ״welches, im Gegensätze zum Polytheismus, lehrt, daß die Welt von einem Herrscher regiert werde (ovi [xovap/sTrat 6 xö<7[x.0£). Dasselbe sagt er in der Schrift ״De decalogo“ § 12: ״Die erste Pentas enthält die Lehren über die Alleinherrschaft (rcspl p,ovap)das) in der Weltregierung.“ Das. § 29 sagt er ferner, daß die zehn Gebote den Hauptinbegriff der Einzelgesetze bilden . . . ״So begreift das erste Gebot alle die Bestimmungen über die Alleinherrschaft in sich. Diese erklären, daß die Welt einen Schöpfer, einen Führer und einen König habe, der das Universum zum Heile lenkt und regiert und die Oligarchie und Ochlokratie, schädliche Regierungsformen, wie sie bei den bösen Menschen durch Un- Ordnung oder Uebermut entstehen, aus seinem Himmel, dem reinsten Teile der Welt, verbannt hat.“ Näheres zur Erklärung des Begriffs der ״monarchia“ Gottes sagt Philo in ״De specialibus legibus“ § 1 mit folgenden Worten: ״Manche haben die Sonne, den Mond und die übrigen Himmelskörper für selbständige Götter gehalten, in