Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 9 (September 1916)
- Date
- 1916-09-01
- Page
- Seite 517 (sequence 55)
- Language
- German
- Belongs to
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Literarische Notizen. 517 כפעזוי , der Seele Vervollkommnung, der Sitten Veredelung, die reinere Erkenntnis Gottes erfleht wird, ein Gebet, in dem die reine geistige Seele, der Teil, der Gott entstammend in uns ruht, in eine geistige, dem Gedanken des Menschen nicht faßbare Verbindung tritt zu Gott, von dem sie stammt, ein Gebet der Frommen, nach dem nach des Midrasch Worten Gott sich sehnt. Denn nimmermehr brauchten wir im Gebet unsere Wünsche zu unterbreiten dem, der die Gedanken des Menschen kennt, der des Herzens verborgenste Regungen sieht. Doch da der Mensch an die Seele erst denkt, wenn er den Sorgen für den Körper enthoben, so erhört Gott auch sein andächtiges Flehen, wenn er um irdisches Wohlergehen bittet. Nur vermag oft der Mensch nicht zu erkennen, daß sein Gebet Erhörung gefunden, auch wenn er von Leiden heimgesucht wird, vermag nicht wahrzunehmen, daß תפלח עונצח בלחצח, daß sein Gebet der Leiden Maß verringert, die ohne es sich noch gesteigert hätten, (vgl. Raschi zu Dt 9, 20). Darum, wenn auch die Andacht des Gebets nicht der Erhörung Unterpfand ist, so ist sie doch ihre Grundläge und unerläßliche Vorbedingung. Und wurde auch das Gebet nicht gleich erhört, so darf man doch nicht verzweifeln. Auch der Frommen Flehn wird oft erst nach längerer Zeit erhört, 40 Tage betete Mose, 20 Tage Daniel, eh’ sie Erhörung fanden. Darum knüpften unsere Weisen an den Psalmvers (27, 14): ״Hoffe auf Gott, sei stark, mutig sei dein Herz und hofle auf Gott“, die Mahnung, die gerade in unseren Tagen Beherzigung heischt: ״Bete und bete abermals, es kommt die Stunde, und es wird dir gewährt.“ (Berachoth 32 b.)!I!li!!!i!l!lil!!ll!!i Literarische Notizen. Von Rektor Dr. D. Hoffmann, Berlin. I. Im Traktat Rosch ha- Schana 32b wird von R. Jose der V.: שסע ישראל—אחד (und andere Verse ähnlichen Inhalts) zu den סלביות" Versen gezählt. Diese Ansicht wird als Halacha rezipiert und kommt auch in unserem Neujahrs-Mußaphgebete zum Ausdruck, indem dort 'שמע ישראל וגי als Zehnter unter den rYP^D~Versen seine Stelle hat. R. Jehuda kontroversiert dort gegen R. Jose und will diesen und ähnliche Verse nicht zu den סלביות zählen, da nach seiner Ansicht dahin nur solche