Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 9 (September 1916)
- Date
- 1916-09-01
- Page
- Seite 505 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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Charakterbilder ■anserer großen Gesetzeslehrer. 505 Vorfahren überlieferten Grundsätzen abzuweichen: dem idealistischen Prinzip in der Erziehung und dem Thoraprinzip im Judentum. Kraftvolle und willens- und geistesstarke Juden sollen unsere Kinder sein, die Thora aber soll ihnen der Tugenden höchste sein! Wir wünschen auch, daß ihnen nichts, was der Menschengeist geschaffen, fremd bleibe. Vor allem aber müssen sie sich aufs innigste mit dem vertraut machen, was uns von Gott offenbart und von seinen Auserwählten für richtig befunden und verkündet wurde. Sollten wir aus pädagogischen Gründen genötigt sein, das Unterrichtsprogramm in einer Beziehung zu reduzieren, dann verzichten wir lieber auf profanes, aber nicht auf Thorawissen. Auch wir wollen an der pädagogischen Überlieferung unserer Vorfahren festhalten, derzufolge die wahre Bildung nur durch die Geisteserziehung und Charakterbildung zu erlangen ist. In Bezug auf das praktische Leben aber meinen wir mit unseren alten Lehrern: Der Erfolg des Juden im Leben ist mehr die Frucht seiner sittlichen Persönlichkeit als die Folge seiner Bildung1). I!!!!!!l!ll!!l!l!lli!ü! Charakterbilder unserer großen2) Gesetzeslehrer. Yon Dr. S. Epp enstein, Berlin. II. Saadia. Die erste Persönlichkeit, die wir in unseren Charakterbildern gewürdigt haben, B/Jehudai Gaon, hiess uns den Mann erkennen, der mit seiner Treue zu den Überlieferungen seiner Lehrer und seinen ausgebreiteten Kenntnissen den Grund für alle späteren Zusammenstellungen des Gesetzesstoffes gelegt *) In meinem letzten Aufsatz (Heft 8) muß es S. 457 Z. 31 lauten: . . . eine jüdische Mutter bei einem Streit über die Erziehung der Kinder gesprochen haben soll. 2) Vgl. Jeschurun II S. 223—231.