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Jeschurun · 1916-09-01 · Heft 9 (September 1916) · p. Seite 470

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 9 (September 1916)
Date
1916-09-01
Page
Seite 470 (sequence 8)
Language
German
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470 Schuld und Sühne. rückführe, uns bewache vor den Schlingen des bösen Triebes. Ja, an diese Gnade Gottos wird mit der Begründung appelliert daß Gott selbst für den bösen Trieb verantwortlich ist11). Es kommt dies zugleich den schlimmsten Frevlem zu Gute, wenn sie reuig zurückkehren und darauf verweisen dürfen, daß Gott den bösen Trieb in sie gelegt hat. Selbst Moses und Elijahu machen dies Argument in ihrem Gebete für das sündige Israel geltend12). Gott verhindert darum in manchen Fällen die Sünde, wie es bei Abimelech geschehen13). Ja, Er bedauert sogar, den bösen Trieb geschaffen zu haben14). Doch es war dies eine Notwendigkeit, sollte der Mensch anders als die Engei, die frei von jeder Leidenschaft sind, ein Doppelwesen werden und so durch seine Freiheit, zu sündigen, die Fähigkeit erlangen können, eine höhere Stufe als die Engel einzunehmen18). Wird darum die Freiheit des Menschen mit Entschiedenheit betont16) und auch nicht• verhehlt, daß demjenigen, der entschlossen ist, sich zu beflecken, die Tür geöffnet wird17) so wird doch immer und immer darauf verwiesen, daß die Gnade Gottes dem hilft, der nur den guten Willen mitbringt, sich Gott zu nähern18). Wie sehr diese Gnade den Weg zum Bösen zu erschweren sucht, zeigt uns unter vielen anderen folgende ergreifende Schilderung: Zu dem bösen Wege führen vier Tore, und für jedes Tor sind sieben Wächter bestellt, vier drinnen und drei von außen. Die draußen sind Engel der Barmherzigkeit. Und wenn der Mensch im Begriff ist, durch das erste Tor zu schreiten, dann treten ihm die Engel der Barmherzigkeit zuerst entgegen und sagen zu ihm: ״Warum willst du in das Feuer gehen, unter die verruchten Schwarzen. Höre auf uns und tue Buße!“ Wenn er an das zweite Tor kommt, dann sagen sie zu ihm: ״Sieh, du bist “) Vgl. Quellen bei Schechter a. a. 0 S. 280f. Beraehoth 32 a und 31b. ״) Gen. B. 52,7. “) Sukka 52 b Gen. E. 27,4 ״) Sabbath 68 bf. le) Beraehoth 33b. 17) Sabbath 104a. J8) Sukka 52b. Pesikta de B. K. 165a Num. B. 15,6.

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