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Jeschurun · 1916-08-01 · Heft 8 (August 1916) · p. Seite 458

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 8 (August 1916)
Date
1916-08-01
Page
Seite 458 (sequence 48)
Language
German
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458 Schul fragen im Ostjudentum. versuche des Maskilim zum Scheitern brachte. Diese verstanden es nicht, dem Standpunkt des überlieferten Judentums Rechnung zu tragen und heute—haben sie jeden Kredit verloren. Wir haben zunächst die gegenwärtige Lage geschildert. Ein zweiter Aufsatz soll den Ausblick in die Zukunft bringen. Proselyten einst und jetzt« Von Rabb. Dr. Daniel Fink, Berlin. Unter obigem Titel brachte die vorletzte Nummer des ״ Jeschurun“ einen Artikel, der auch die Frage der Mischehe streifte und zwar in einer Weise, die zu Bedenken Anlaß bietet. Der von Herrn Dr. Wreschner gemachte Vorschlag widerspricht einer Bestimmung im Schulchan Aruch Jore Dea 268, 12: ״Wenn einer sich zum Übertritt meldet, so prüft man ob er es nicht um irgend eines materiellen Gewinnes oder zur Erlangung eines Amtes oder aus Furcht tut. Ist es ein Mann, ob er nicht vielleicht eine Jüdin heiraten will oder bei einer Frau ob sie nicht ihr Auge auf einen jungen jüdischen Mann geworfen usw.״ Hieraus ergibt sich, daß schon die bloße Mutmaßung, der Übertritt könnte die Folge einer dieser Nebenrücksichten sein, die Bewerbung um denselben ausschließt, um wieviel mehr in dem Falle der bereits vollzogenen Mischehe, in dem es doch für jeden, der sich nicht einer Selbsttäuschung hingibt, auf der Hand liegt, daß der betreffenden Person ein Übertritt zum Judentume auch nicht im Traume eingefallen wäre, wenn nicht der Mann oder vielleicht dessen Verwandte dahinterstünden. Wie wenig ernst solche Übertritte zu nehmen sind, das erhellt aus den eigenen Worten des Herrn Dr. Wreschner. Er gibt zu, daß solche Anträge, wenn sie überhaupt gestellt werden, doch fast nie von Männern ausgehen, die mit Jüdinnen in gemischter Ehe leben. Hier spielt nicht, wie angenommen wurde, der Umstand so sehr hinein, daß der Mann ein stärkeres Rückgrat in Sachen der Religion zeigt, als dies bei der Frau der Fall zu sein pflegt. In Wirklichkeit liegen die Dinge umgekehrt. Wo in unserer Zeit, gleichviel ob hüben oder drüben, das Haus oder das Familienleben ausgeprägt religiöso Züge aufweist, ist dies in den weitaus meisten Fällen auf den Einfluß der Frau zurückzuführen. Der Mann dagegen, weil meist ohne persönliche Not in der Religion, läßt die Frau einfach gewähren. Nichtjüdische Männer treten als Bewerber für den Eintritt zum

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