Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 8 (August 1916)
- Date
- 1916-08-01
- Page
- Seite 457 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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Schulfragen im Ostjndentnm. 457 ״Der Rambam befasste sich mit weltlichem Wissen nur in einer Stunde, die weder Tag noch Nacht ist.“ ״Und jener Rabbiner, dessen Gottesfürchtigkeit doch über jeden Zweifel erhaben ist—?“ ״Demgegenüber berufe ich mich auf den Brisker Raw, der meine Ansicht teilt.“ ״Und die wirtschaftlichen Sorgen, — wie sollen sich die Kinder ernähren können?״ ״Durch Gottes Hilfe. ״Des Menschen Nahrung ist ihm am Jahresbeginn im voraus zugemessen.״ ״Allein statt eines Handwerks, dessen Erlernung nach dem Gesetz gestattet ist, dürfen doch auch profane Kenntnisse als Rüstzeug für den Lebenskampf erworben werden?“ ״Die Weltweisheit gelährdet das Judentum dessen, der ihr obliegt. Ist jemand bei der Ueberschreitung des Meeres der Gefahr entgangen, wohlan! Allein man darf sich nicht von vornherein in die Gefahr begeben.“ ״Rabbiner Reines ist der Ansicht, daß aus dem profanen Studium dem Judentum keine Gefahr, sondern vielmehr eine Stütze erwachse.“ ״Rabbiner Reines hat sich selbst nie mit profanem Wissen abgegeben, sondern es bloß den andern gestattet...“ Solcher Art ist der Gedankengang der alten Rabbiner. Das Verbot der ״Thoravernachläßigung“ haben sie wohl, der Not gehorchend, für diejenigen, die sich einem weltlichen Berufe widmen, aufgehoben, allein die Gefahr des fremden Studiums ängstigt sie. Bei der alten Generation artet diese Trage zu einer Glaubens frage aus: ״Glaubt man, daß Gott den Menschen auch ohne weltliches Wissen erhalten kann, oder nicht?“ Der Gedankengang gipfelt in den Worten, die eine Witwe ihrem rabbinischen Schwiegersohn entgegenhielt: Besser daß unsere Kinder arme Juden sind, als reiche Gojim. — Wir haben den Standpunkt der Rabbinen dargestellt, weil es die Gegnerschaft der Rabbinen war, die die Reform-