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Jeschurun · 1916-08-01 · Heft 8 (August 1916) · p. Seite 444

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 8 (August 1916)
Date
1916-08-01
Page
Seite 444 (sequence 34)
Language
German
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444 Eine Tannaim-Familie in Rom. ושמו ר' ראובן בן איצטרובלי שהיה גבנס ויוצא לפני המלך בלא רשות. wonach R. Reuben ständig in Rom gewohnt habe und freien Eingang beim Kaiser hatte. Es wäre auch kaum denkbar, daß ein palästinensischer Jude so sehr sich in die römischen Sitten einleben könnte, daß er vor den Ratsherrn in Rom als ein echter Römer hätte erscheinen können. Es kann aber auch direkt bewiesen werden, daß er kein Palästinenser war. Tosefta Schebuot in 6 wird erzählt פעם אחת שבת ר' ראובן בטבריא ומצאו פלוסופוס אהד R. Reuben habe einmal den Sabbat in Tiberias zugebracht und dort mit einem Philosophen ein Religionsgespräch geführt. Er war einmal in Tiberias, sein ständiger Wohnort war also nicht diese Stadt, sondern —wir dürfen wohl mit Sicherheit behaupten — die Stadt Rom, wo er seine Erziehung durch den philosophisch gebildeten Vater R. Aristobulus genoß, die Sprache und die Sitten Roms sich zu eigen machte, daneben aber auch, mit jüdischem Wissen und tiefer Frömmigkeit erfüllt, seine Kenntnisse und Fähigkeiten dazu verwandte, das drohende Unheil vom Haupte Israels ab־ zuwenden. Die wenigen Sätze, die die agadische Überlieferung von R. Reuben b. Aristobulus bewahrte, sind sämtlich philosophischethischen Inhalts1), ein Beweis dafür, daß ihr Urheber neben der jüdischen auch eine philosophische Ausbildung genoß2). Zwei Söhne R. Reubens studierten zu RabbFs Zeiten in Palästina3). Ein anderer Sohn scheint jedoch in Rom geblieben zu sein, um dort seinen Einfluß bei der Regierung für sein jüdisches Volk geltend zu machen. Dieser Sohn hieß Ptolomeus, und es wird von ihm ganz ähnlich, wie von seinem Vater berichtet: אבטולמום בר' ראובן התירו לו לספר קומי מפני שהוא קרוב למלבות man habe ihm — trotz der sonst verpönten Sitte — f) S. Bacher undJawitz a. a. O. *) Warum Brüll a. a. O. es für unmöglich hält, daß der im oben zitierten Besponsum genannte Aristobulus der Yater unseres R. Reuben sei, ist mir unbegreiflich. Er versucht auch nicht, sein Urteil zu begründen. *) Jeruschalmi Kilajim IX 3 (32 c unten)

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