Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 8 (August 1916)
- Date
- 1916-08-01
- Page
- Seite 421 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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,Der Zweck heiligt die Mittel“. 421 das Judentum Gott danken, der von seinem Geiste den Menschenkindern mitgeteilt hat. Und die Besorgnis, daß der Mensch in der Verfolgung dieser Ziele müde und schwach werden sollte, ist niemals so unbegründet gewesen wie heute. ״Das Gute, das Edle führt ewig Streit, nie wird der Feind ihm erliegen״. In unserer Zeit des allgemeinen Wahlrechts hat kein Ideal, das der Masse nicht sofort verständlich ist, oder den Interessen einflußreicher Kreise widerspricht, Aussicht auf leichte Durchsetzung. So entstehen hier Schlachtfelder, auf denen sich Mut, Treue und Charakterstärke nicht minder bewähren können wie im Schützengraben; und wir freuen uns solcher Kämpfe: denn der Kampf — nicht der Krieg, wie die Militaristen zitieren —ist allerdings ״der Vater aller Dinge״. Zusammenfassend dürfen wir daher sagen: die militaristische Weltanschauung läuft der des Judentums schnurstracks zuwider. Die Not eines Volkes oder Staates kann gewaltsame Hilfe rechtfertigen, so gut wie die Not des einzelnen; aber der Krieg als solcher kann die Mittel, die er erfordert, nicht heiligen; denn er ist selbst nicht heilig. ״Speere werfen und die Götter ehren“ mag antikes und modernes Heidentum in einem Atem nennen: die Bibel verbietet, die Steine des Altars zu behauen; denn ״wenn du dein Schwert über den Altar schwingst, hast du ihn entweiht“. Der gläubige Jude kann ein guter Soldat, aber nie ein guter Militarist sein. Wie eine Warnung vor falscher Weltbetrachtung klingt in die Feier des einzigen Festes, das ihn an kriegerische Erfolge erinnert, das Prophetenwort hinein: ״Nicht durch Macht und nicht durch Stärke: durch meinen Geist, spricht Gott!“