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Jeschurun · 1916-08-01 · Heft 8 (August 1916) · p. Seite 420

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 8 (August 1916)
Date
1916-08-01
Page
Seite 420 (sequence 10)
Language
German
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420 ״Der Zweck heiligt die Mittel“. stens in seiner bedeutungsvollsten Ausdrucksform, zugrunde. Er schätzt nicht den ethischen Wert friedlicher Zusammenarbeit sondern die ästhetische Schönheit des furchtbaren Zusammenpralles der Kräfte, und sieht in der Herbeiführung dieses grauenvoll schönen Schauspiels den Sinn des menschlichen Daseins, wenn nicht des Lebens überhaupt. Dadurch werden aber die wahren Kulturbestrebungen herabgesetzt, wenn nicht völlig entwertet. Denn allerdings suchten und suchen auch die Gegner des Krieges das Leben mit höheren Werten zu erfüllen als rein wirtschaftliche Ziele sie geben können. Aber als solche Werte betrachteten sie die der Kultur im weitesten Sinne: Denker und Künstler wetteiferten an dem Aufbau eines Reiches der Wahrheit und Schönheit, Volkswirte und Organisatoren versuchten, die sozialen Schäden zu lindern. Soviel MeinungsVerschiedenheiten es im einzelnen gab, so bunt die Schlagworte durcheinander schwirrten, über das eine herrschte volle Übereinstimmung, daß in der Gewinnung und Verbreitung geistig-sittlicher Werte der echte Fortschritt liegt. Dem tritt nun der Militarismus als Weltanschauung schroff entgegen. Nach Nietzsche haben die Deutschen das, was sie durch die Erfindung des Buchdrucks gesündigt, durch die Verbreitung des Schießpulvers wieder gutgemacht. Das Wort des großen Stilkünstlers, so frivol es klingt, erhellt blitzesklar die Situation und zeigt uns unseren Standpunkt. Wir haben so wenig alles, was je gedruckt wurde, zu billigen, wie Nietzsche alles hat verwerfen wollen; aber vor die Wahl zwischen Buchdruck und Schießpulver, geistigem Streben und dem Willen des Raubtiers zur Macht gestellt, können wir keinen Augenblick zögern. Das Judentum, das den Menschen entschieden aus der Tierreihe heraushebt und die Gottebenbildlichkeit seines Geistes verkündet, muß ihm höhere Aufgaben zuweisen als dem Tiger und nicht in wechselseitiger Zerfleischung, sondern in der wetteifernden Verfolgung geistiger Ziele die Aufgabe der Völker sehen. Diese Ziele brauchen nicht nur auf religiösem Gebiete zu liegen; beim Anblick eines jeden Weisen lehrt uns

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