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Jeschurun · 1916-07-01 · Heft 7 (Juli 1916) · p. Seite 400

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 7 (Juli 1916)
Date
1916-07-01
Page
Seite 400 (sequence 54)
Language
German
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400 Von der weltkulturellen Bedeutung u. Aufgabe d. Judentums. die göttliche Offenbarung. Bedauerlich ist nur, daß die ent״ gegengesetzte Anschauung sich immer als gesichertes Resultat der Wissenschaft gibt und gewissermaßen als Axiom sich einführt. Man kennt die Konstruktion, daß das Judentum von der Idee des einen Gottes zur Idee der einen Menschheit gelangte, aus Hermann Cohens Schriften. Sie gründet sich selbst wieder auf den Resultaten jener religionsgeschichtlichen Kon־ struktionen, die sich aus der Graff-Wellhausenschen Bibelkritik ergeben. Nachdem diese in ihrer Schwäche erkannt ist und die ganze schöne Pragmatik von der Entwicklung des Gottesbegriffes durch die Propheten vom Henotheismus zum Monotheismus, vom Gott der Gerechtigkeit zum Gott der Liebe, vom Nationalgott zum universalistischen Gottesbegriff einen Stoß bekommen hat, soll nun unter der Herrschaft des Panbabylonismus in der bibelkritischen Wissenschaft das Judentum, infolge einer ״der tiefsten Anlagen und Wesenseigen־ tümlichkeiten des jüdischen Geistes, seiner abstrakten und synthetischen Denkweise“ den Monotheismus geschaffen haben. Wir wollen es dahin gestellt sein lassen, inwiefern diese Anlage allenvorderasiatischen Kulturvölkern eigen war. Auch da ist noch ein sehr großes Fragezeichen zu machen. Aber wie aus den Quellen, die uns für die Geschichte der Religion des alten Judentums zur Verfügung stehen, eine abstrakte und synthetische Denkweise des jüdischen Geistes zu erschließen ist, das bleibt jedem, der die Bibel kennt, ein Rätsel. Es ist das nur ein fernerer Beweis dafür, zu welchen entlegenen Auswegen man greift, um das, was eben irrationell ist, die Tatsache der göttlichen Offenbarung, rational zu erklären. Diese Auffassung von der Art, in welcher Form das jüdische Volk seine weltkulturelle Aufgabe im Anfang seiner Geschichte erhalten hat, ist, wie wir später sehen werden, von entscheidender Bedeutung für die Frage, ob es auch in Zukunft seine Aufgabe wird lösen können. Deshalb sind wir darauf eingegangen. Die Tatsache selbst, daß das alte Judentum der Menschheit die Idee des einen Gottes vermittelt hat, wird ja dadurch nicht berührt. Sehr hübsch ist der Hinweis des Vfs.

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