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Jeschurun · 1916-07-01 · Heft 7 (Juli 1916) · p. Seite 372

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 7 (Juli 1916)
Date
1916-07-01
Page
Seite 372 (sequence 26)
Language
German
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372 Moses Maimonides. Ausgleich zustande. Man hat ihm den Vorwurf der Heuchelei gemacht. Aber, wer diese Beschuldigung erhebt, versteht absolut nicht die Überzeugungskraft von Maimonides und seiner Zeit und ist nicht wert, auch nur den Namen des Maimonides auszusprechen. Maimonides war vollkommen ehrlich und konsequent, wenn er den Versuch machte, diese Aussöhnung zu bewerkstelligen. Er war gezwungen, es zu tun. Denn ebenso sehr, wie er von der Wahrheit der Lehre des Aristoteles überzeugt war — ja in einem noch viel höherem Grade war er von der Wahrheit der Lehre Mosis überzeugt. Maimonides zweifelte auch nicht einen Augenblick während seines ganzen Lebens an dem göttlichen Ursprung der Thora. In dem Werke seiner Jugendjahre, im Mischnah-Kommentar, betont er diesen Glauben mit größtem Nachdruck. ״Es ist kein Unterschied, sagt er, in bezug auf die Frage des göttlichen Ursprungs des Pentateuch zwischen den Versen: ..,,Und die Söhne von Ham waren Kusch, Mizrajim, Put und Kanaan““ oder: ,...Und der Name seiner Frau war Mehetabel, Tochter der Matred““, und den Versen: ״״Ich bin der Ewige, dein Gott, der dich aus dem Lande Ägypten geführt hat““ oder: ״״Höre, Israel, der Ewige, unser Gott, ist einzig.״“ In unseren Tagen mag einem Pationalisten dieses Bekenntnis überraschend klingen in dem Munde eines Mannes, der die Vernunft als Pachter über Glaubenslehren anerkennt. Aber auch der Freigeist der Neuzeit muß versuchen, ihn von einem historischen Gesichtspunkte aus zu verstehen. Kein Jude vor Maimonides, auch nicht während der jüdischarabischen Epoche mit ihren mannigfachen philosophischen Versuchen, leugnete jemals den göttlichen Ursprung des Pentateuch oder zweifelte an der Wahrheit der in ihm berichteten Geschehnisse. Der Philosoph Bacbia ibn Pakuda, der ein Jahrhundert vor Maimonides lebte, erwähnt eine Klasse von Mensehen, die die Thora nicht gelten lassen, aber dennoch ״nicht imstande sind, die Wunder zu widerlegen und die von den Propheten vollbrachten Wundertaten zu leugnen, da sie ja vor der breitesten Öffentlichkeit sich vollzogen haben.“ Der heianische König der Chazaren ruft in dem philosophischen Dialog

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