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Jeschurun · 1916-07-01 · Heft 7 (Juli 1916) · p. Seite 370

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 7 (Juli 1916)
Date
1916-07-01
Page
Seite 370 (sequence 24)
Language
German
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370 Moses Maimonides. geben könne, indem das ganze Problem, wie Kant sagen würde, transzendental ist, d. h. jenseits der Grenzen des menschlichen Verstandes liegt. Wo aber immer die menschliche Vernunft unzulänglich ist, ist der Philosoph berechtigt — und hier findet sich wieder Maimonides in Übereinstimmung mit Kant — den Lehren der Religion zu folgen. Ist die Welt einmal erschaffen worden, dann ist Gott ein Schöpfer, ein Lenker, nicht mehr ein mattes, abstraktes Prinzip, sondern ein persönliches Wesen, voll von Wirklichkeit. So ruht das Fundament der positiven Religion auf philosophischer Wahrscheinlichkeit, aber einer Wahrscheinlichkeit, die durch innere religiöse Gewißheit, Kant würde sagen durch die praktische Vernunft, zur Stufe eines unbezweifelten Glaubens empor״ gehoben ist. Wie aber kann das Verhältnis zwischen Gott, dem reinen Geist und der Welt der Materie im einzelnen gedacht werden? Die Antwort auf diese Frage setzt das kosmologische System des Aristoteles mit den besonderen Änderungen und Zusätzen der späteren Philosophen voraus. Die Welt besteht nach Aristoteles und demgemäß auch nach Maimonides aus zwei scharf sich voneinander abhebenden Teilen, aus der Welt unter dem Monde, der sogenannten sublunarischen Welt, und der Welt über dem Monde, der Welt der Sterne oder der Sphären. Während die sublunarische Welt aus den vier Eiementen besteht und daher dem Werden und Vergehen unterworfen ist, bestehen die Sphären aus Äther und sind ewig. Die Sphären sind lebende Wesen, mit einer Vernunft begabt, die bei weitem die des Menschen übertrifft. *Jede Sphäre hat ihren eigenen Herrscher, einen שכל הנבדל, eine ״losgelöste Intelligenz“, d. h. eine Intelligenz, die, vom Stoff losgelöst, aus reinem Geist besteht. Die Betrachtung Gottes, des reinsten Geistes, und das sehnsüchtige Streben, ihn zu erreichen, setzt die Sphären in Bewegung. Da diese Bewegung kreisförmig ist, müssen sich die Sphären in alle Ewigkeit bewegen, ohne doch imstande zu sein, den Gegenstand ihres Sehnens zu erreichen. Die sublunarische Welt oder die Erde wird von

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