Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1916)
- Date
- 1916-06-01
- Page
- Seite 345 (sequence 63)
- Language
- German
- Belongs to
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Bücherb espredruugen. 345 Also hier wird von einem ״Berufenen״ ganz in der beliebten Tonart der christlichen Theologen davon erzählt, daß das Volk unter der Last der Gesetze schmachte. Und dann wird uns hier aufgetischt, daß R. Jizchok Elchonon jedes biblische Verbot unter Umständen den An- Sprüchen des Lebens geopfert hätte, es sei denn, daß darauf die ״Strafe“ der Ausrottung״ stände. Daß die Friedfertigkeit R. Jizchok Elchonons, sein Streben, jeden Riß zu vermeiden und den Parteihader einzudämmen, ein hervorstechender Zug in seinem Charakterbilde ist, darüber vgl. man den im vorliegenden Hefte des ״Jeschurun“ veröffentlichten Aufsatz von Rabb. Weinberg. Daß aber diese Friedfertigkeit dazu führen könnte, dem ״ostjüdischen Rabbiner“ einen solchen Widersinn zuzuschreiben, das hätte keiner dieser ostiüdischen Rabbiner sich träumen lassen. Diese Übertreibungen schaden der Anerkennung des vielen Guten, das uns in dem Heft geboten wird. Denn sie machen den Kenner des gesetzestreuen Judentums mißtraurisch gegen die Richtigkeit der Veröffentlichungen, die er nicht nachzuprüfen vermag. Und das ist schade, denn um es noch einmal zu sagen: die Vielseitigkeit, und Fülle dieses Heftes geben ihm einen dauernden Wert. Abraham MaimuBi, sein Leben und seine Schriften nebst Proben aus seinem Pentateuchkommentare von Dr. S. Eppenstein. Berlin 1914, Louis Lamm. 72 S. In kurzer Aufeinanderfolge hat der Verf. nach seiner Schrift über Maimuni den Vater die über dessen Sohn Abraham folgen lassen. Es ist das Geschick der Söhne großer Väter, daß sie vor dem hellen Sonnenlicht, das von diesen ausstrahlt, in das Dunkel gerückt werden und trotz anerkennenswerter Leistungen nicht so gewürdigt werden, wie sie es verdienen. Wenn auch durch vereinzelte Zitate der Name Abrahams des Sohnes Maimunis nicht gerade in Vergessenheit geraten ist, so war er doch wenig bekannt. Erst die Sammlung der kleineren Schriften Maimunis im פאר "דר und im קובץ, welche auch Schriftstücke mitteilen, in denen der Sohn Angriffe gegen den Vater und Kritiken an dessen halachisehen Urteilen widerlegte, machten seinen Namen und sein Wirken bekannter. Seine Gutachtensammlung ברכת אברדלם, die im Jahre 1860 nach einer bisher unedierten Handschrift erschien, verbreitete erst völliges Licht über ihn und seine Tätigkeit, die der Verfasser uns lebendig und anschaulich vor Augen führt. Eine wertvolle Auslese aus dem von Abraham begonnenen, aber nicht vollendeten arabisch geschriebenen Pentateuehkommentar, von dem uns nur eine Handschrift, Genesis und Exodus, aber diese auch nur lückenhaft•, erhalten ist,, läßt uns den bedeutenden Exegeten, wie seine Gutachten uns den bedeutenden Halachisten kennen lernen. In seinem gemeindlichen Wirken trat er fest und