Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1916)
- Date
- 1916-06-01
- Page
- Seite 346 (sequence 64)
- Language
- German
- Belongs to
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Notiz- 346 entschlossen anf; wie sehr er sich hier als den Sohn seines Vaters gab, das erkennen wir an dem freimütigen Urteil, das er über manchen Answnchs in der Synagoge fällte, den man glaubte als Minhag respektieren zu müssen. Hier möchte ich auf einen Aussprach des Vaters hin weisen, der sich über einen bei den Juden des Exils aus einem Minhag hergeleiteten geübten Gebrauch mißbilligend äußert, die doch sonst nicht an der Minhag-Krankheit“ leiden (Erkl. zur Mischna Gittin V, 8.) Mit der Erklärung von 5אעלך גם עלד (S. 70) wäre zu vergleichen מדרש כובל מרב, wo es heißt: גם עלת את בכיך ממצרים. Die vorliegende an Belehrung reiche Schrift darf als eine willkommene Vermehrung der jüdischen wissenschaftlichen Literatur gewertet werden, und wir dürfen mit freudiger Erwartung der Erfüllung des Versprechens entgegens^hen, das der Verfasser uns gibt, er werde bald die vollständige Veröffentlichung des Kommentars von Abraham Maimuni, soweit er uns erhalten ist, der vorliegenden Schrift folgen lassen. I!!!l:!!!!!!!:!l!!!!il]| rioiiz. Der ״Verband der deutschen Juden“ versendet — ein an sich durchaus verdienstliches Werk — ״Grüße an die jüdischen Soldaten im deutschen Heere ״, in denen Partien aus Bibel und Talmud in schöner Übersetzung und Betrachtungen zu den Festen veröffentlicht werden. In dem ״Gruß zum Schowuasfest“ heißt es von den Zehngeboten ״sie sind das eigenste Werk jenes Mannes mit der schweren Zunge und den schwersten Gedanken־‘ . . . nur ein höchst genialer Geist konnte in so riesigem Stiele, mit so wenigen einfachen Worten die Fundamentalsätze der göttlichen und menschlichen Ordnung aneinanderreihen . . .‘־ Es wäre abgeschmackt, auch nur einen Augenblick der Vermutung Raum geben zu wollen, der ״Verband der deutschen Juden“ habe die gesetzestreuen jüdischen Soldaten durch diese Charakterisierung der göttlichen Offenbarung in ihrem religiösen Empfinden verletzen wollen Daß er sich trotz lauterster Absicht dieses nicht leicht zu nehmenden Vergehens schuldig gemacht, beweist nur, wie schwer es für Männer, die in ihren Überzeugungen und praktischen Betätigung völlig andere Wege gehen, ist, sich in die Seele der Bekenner des überlieferten Judentums zu versetzen. Eine beredte Mahnung für den Verband, in allen religiösen Angelegenheiten auf eine Zentralisierung verzi chten zu wollen. 11 i (11 Hi! i Druck von Max Schmersow, Kirchhain N.-L. Verantwortlicher Redakteur Dr. j. Wohlgemuth, Berlin. Verlag des Jescliurun, Berlin.