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Jeschurun · 1916-06-01 · Heft 6 (Juni 1916) · p. Seite 328

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 6 (Juni 1916)
Date
1916-06-01
Page
Seite 328 (sequence 46)
Language
German
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328 Eine rabbinische Residenz ־and ibr letzter Fürst. würdiger Nachfolger seines Vaters. Geringer als dieser in talmudischer Bedeutung, war er doch גאון genug, um die gleiche Achtung und Autorität von seinen Zeitgenossen beanspruchen zu dürfen; denn Babbi Hirsch gehörte nicht zu den Erben, die ihre eigene Stellung dem ״Verdienst der Väter“ verdanken, vielmehr zu denen, die ihr eigenes Licht in den Schatten ihrer Eltern stellen. Babbi Hirsch selbst besaß alle Eigenschaften, ein berufener Führer in Israel zu sein: großes, alle Gebiete der talmudischen und rabbinischen Literatur umfassendes *Wissen, Scharfsinn, geniale Auffassungsgabe, politisches Verständnis, weltliche Bildung, Takt und ein einnehmendes Wesen. Zartgefühl und Edelmut zeichneten ihn noch besonders aus 1). Und was Beb Hirsch für junge Babbiner gewesen war, das wissen alle, die von ihm das Babbinerdiplom oder durch seine Vermittelung x) Ein Beispiel aus seinem Familienleben mag diesen seltenen Mann charakterisieren. In den letzten drei Responsen, die im עין י£יחגן seines Vaters gedruckt sind, behandelt Rabbi Hirsch die Frage, ob es seitens eines Mannes einer geisteskranken Frau, der den היחד von hundert Rabbinen zu seiner Befreiung ersucht, genüge, wenn er anstatt barem Gelde deponierte Wechsel zur Sicherheit seiner kranken Frau gibt. Nach langen Erörterungen bejahte er die Frage und ersuchte seinen Vater um Bestätigung dieser Entscheidung. In herzergreifenden Worten stellte er seinem Vater vor, wie groß die Mizwoh sei, einen solchen Ij nglücklichen aus den כבלי zu retten. Nun ist es ein öffentliches Geheimnis, daß Rabbi Hirsch ein ähnliches Unglück betroffen hatte, und so konnte er aus eigener bitterer Erfahrung mit seinem Befrager mitfühlen. Mehr als 10 Jahre lang — vermutlich 18 — wurde ihm die schwere Aufgabe zuteil, eine kranke Frau zu pflegen. Er ging nicht auf den Rat seiner Verwandten ein, sie in eine Anstalt zu bringen, sondern pflegte sie selbst unermüdlich. Als sein Vater ihm einmal zurief: ״Wie lange noch willst Du ein solches Leben führen?“ (er wollte ihn zu einer zweiten Heirat bewegen), antwortete Rabbi Hirsch: ״Ich kann es meinen Kindern nicht antun. Es könnte auch das Empfinden der jungen Frau verletzen, neben sich die kranke Frau zu wissen. Später, als ein streng frommer Rabbiner dem Rabbi Jizchok Elchonon gegenüber das Verhalten seines Sohnes in dieser Beziehung verurteilte, konnte er antworten: ״Ihr kennt nicht meinen Reb Hirsch, er hat ein goldenes Herz.“

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