Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1916)
- Date
- 1916-06-01
- Page
- Seite 320 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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320 Eine rabbinische!Residenz und ihr letzter Fürst. Dromedar, während das zweihöckerige, das Trampeltier, dort nicht vorkommt. Hier ist m. E. die Anknüpfung des Drasch zu suchen. Derselbe lehnt an ״ השסיעהgespalten“ an, um zum Ausdruck zu bringen, daß außer dem in der Schrift erwähnten Kamel, dem גמל, Dromedar, noch ein Kamel mit ״gespaltenem“ Kücken, mit Doppelhöcker, existiere. Natürlich gab es bei verschiedenen Tieren auch Abnormitäten mannigfacher Art (vgl. Targum Jonatan שני רשי), auf die der Ausdruck השסועה paßt, woraus sich die Kontroverse erklärt. So findet das Ganze eine m. E. plausible Deutung. Eine rabbinische Residenz und ihr ietzter Fürst. Erinnerungen aus meiner Jugendzeit in Kowno. Von Rabbiner J. Weinberg, Pilwischki. Das Tragischste im Leben ist sicherlich nicht der Tod, der Augenblick des Untergangs, vielmehr der Prozeß des Sterbens. Wohl kann der Mensch dem Todesengel ins Auge sehen: aber seiner Arbeit beiwohnen, sehen, wie er über sein Opfer herfällt, und dieses sich in verzweifeltem Ringen gegen die Auflösung wehrt, das vermag er nicht. Unsere Weisen drücken das sehr zart aus: Wenn ein Baum im Herbst welkt, sein grünes Kleid ihm mehr und mehr schwindet, so soll sein Besitzer einen roten Faden um den Stamm ziehen, um das Mitleid der Vorübergehenden zu erregen; sie sollen mit ihm klagen, für ihn beten, so daß ihm sein Scheiden von der Welt, der Verlust seines lebenden Gewandes nicht gar zu schwer fällt . . . Das Verderben eines Baumes aber, das Welken einer Blume und sogar das Sterben eines Menschen — all das ist im Grunde nicht mehr als ein Wechsel der Form. Anders der