Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1916)
- Date
- 1916-06-01
- Page
- Seite 312 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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312 Proselyten einst und jetzt. sich erfüllen wird der Wunsch, den wir an unseren heiligsten Tagen des Jahres (13 mal) in unseren Gebeten aussprechen: ״Mögen (0 Gott) Dich fürchten alle Geschöpfe und vor dir sich niederwerfen alle Menschen, und alle mögen zu einem Bunde sich vereinigen, Deinen Willen mit aufrichtigem Herzen zu erfüllen!u!!l!!!l!ü! Proselyten einst und jetzt. Von Rabb. Dr. L. Wreschner, Samter. Als sie sah, daß sie fest entschlossen war, mit ihr zu gehen, da ließ sie davon ah, ihr abzuraten. Ruth, Kap. 1, 18. Die edle Lebensweisheit, die das Judentum überall offenbart, zeigt sich uns besonders lichtvoll in der Verwirklichung seiner uralten Verheißung und ewig jungen Hoffnung auf die welterobernde Macht seines erhabenen Glaubens. In der unerschütterlichen Zuversicht auf die ihm innewohnende, allmählich wirkende Werbekraft, auf den unausbleiblichen Sieg seiner hohen und reinen, am flammenden Sinai enthüllten Lehren war es nicht nur allezeit fern der Bekehrungssucht und der künstlich gezüchteten Propaganda anderer Religionen, sondern es wies auch mit fast ängstlicher Vorsicht jeden Übertritt zu seinem Bekenntnis von sich, der nicht den lautersten Motiven entsprang. ״Will jemand das Judentum annehmen“ — heißt es auf Grund talmudischer Quellen im Maimonides (13, 14 — (ה' איסורי ביאה ״so hat man vorher zu untersuchen, ob dieser Wunsch nicht um eines Geldgewinnes willen, in der Hoffnung auf Amt und Würden, oder aus Furcht entstanden ist, bei dem Manne, ob er nicht auf eine Jüdin, bei einer Frau, ob sie nicht auf einen Juden ein Auge geworfen hat. Jeder, der das Heidentum nur preisgibt, um eines äußeren, nichtigen Zweckes willen, ist kein wahrhafter Proselyt.“ Um jede Reue und irrige Hoffnung