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Jeschurun · 1916-06-01 · Heft 6 (Juni 1916) · p. Seite 303

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 6 (Juni 1916)
Date
1916-06-01
Page
Seite 303 (sequence 21)
Language
German
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Stellung des heutigen Judentums zu der aus Talmud usw. 303 Gerechter werden; denn die Gerechten kommen nicht von einem bestimmten Stamme her, sondern sie haben aus sich selbst diesen Vorzug erworben; deshalb heißt es: Gott liebt die Gerechten (Midrasch zu Psalmen 146 Bemidb. rabba 8, 2). Dazu setze man noch die Stelle: Die Völker der Welt werden ״Gerechte“ genannt, denn es heißt (Ez. 23,45): ״ Gerechte Männer werden sie richten“; und ebenso werden die Israeliten ״Gerechte“ genannt, wie es heißt (Jes. 60, 21): ״Dein Volk, sie werden alle Gerechte sein.“ (Midrasch Lev. rabba c. 5). 5. Die Frommen aller Völker haben Anteil an der zukünftigen Welt (nach Sanhedrin 105 a, Tos. das. 13, 2). 6. In jener Zeit (als die Ägypter im Schilfmeere ertranken) wollten die Engel einen Lobgesang vor Gott anstimmen. Da sprach Gott zu ihnen: ״Meine Geschöpfe ertrinken im Meere und ihr wollt einen Gesang anstimmen! (Sanhedrin 39b) 1). 7. Man darf nicht den Sinn der Menschen stehlen (sie täuschen oder betrügen); das ist auch dem Heiden gegenüber verboten (Chullin 94 a). 8. Dein ״Ja“ sei gerecht und dein ״Nein“ sei gerecht; man soll nicht mit dem Munde anders sprechen, als man im Herzen denkt (B. mezia 49 a)2). 9. Woher ist zu beweisen, daß die Beraubung eines Heiden verboten ist?3) Aus der Schriftstelle (Lev. 25, 50): 0 Dieser Ausspruch hat auch die jüdische Liturgie beeinflußt, indem an den letzten Pessach-Festtagen nicht das ganze Hallel-Gebet gesprochen wird, um dadurch unserem Mitleid bei dem Tode unserer Feinde Ausdruck zu verleihen, wie es heißt: ״Wenn dein Feind fällt, freue dich nicht'u. (Karo im Bet-Josef O. Ch. 400). 2) Dazu die Erklärung des Maimonides (H. Deoth. 2, 6): Ein Mensch darf keine Schmeichelworte im Munde führen, so daß er anders spricht, als er denkt, sondern sein Inneres muß mit seinen Äußerungen übereinstimmen. Man darf nicht den Gedanken eines Menschen stehlen, auch wenn er ein Heide ist. 3) Selbst in dem Falle, wo es gilt, einen Israeliten aus der Sklaverei zu befreien.

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