Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1916)
- Date
- 1916-05-01
- Page
- Seite 273 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Moses Maimonides. 2/3 Gründe und Gegengründe, aber in klaren, verständlichen Worten entsprechend der Entscheidung, wie sie aus allen Abhandlungen und Kommentaren hervorgeht, die seit den Tagen Rabbi Jehuda Hanassis bis auf unsere Tage verfaßt sind, kurz so, daß niemand eines anderen Buches über die Gesetze Israels bedarf. Daher nannte ich dieses Werk Mischne Thora, die zweite Thora; denn man hat jetzt nur die schriftliche Lehre zu lesen und hierauf dieses Werk und kennt dann die ganze mündliche Lehre, ohne eines andern Buches außerdem zu bedürfen.“ Die Bedeutung dieses Riesenwerkes kann kaum überschätzt werden. Man kann wohl sagen, die ״zweite Thora״ des Maimonides ist das größte Werk der jüdischen Literatur nach der Bibel. Der Unterschied zwischen dieser Gesetzes- Sammlung und dem Talmud ist derselbe wie zwischen einem mit Waren angefüllten Magazin und einem prächtigen Palast. In dem Magazin ist zweifellos eine große Menge wertvoller Waren; da findet man Silber und Gold und oft sogar Edelsteine. Aber all dieses kommt erst zur richtigen Geltung, wenn Ordnung und Ebenmaß eines zu dem andern gesellt. Der Palast des Maimonides verrät den bewundernswürdigen Baumeister. Das gewaltige Gebäude ist wie aus einem Guß. Es ist eine entzückende Harmonie in allen seinen Teilen. Das breite Fundament bilden die Gedanken des aristotelischen Systems, und die Spitze verliert sich in den luftigen Wolken der messianischen Zukunft, wenn ״die Erkenntnis des Ewigen die Erde erfüllen wird, wie die Wasser des Meeres Grund bedecken.w (Schluß folgt.)