Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1916)
- Date
- 1916-05-01
- Page
- Seite 255 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Zum Unterricht in der hebräischen Grammatik. 2SS die nicht mehr abhanden kommt, muh sich herausgebildet haben. Es schadet gar nicht, daß auf die Erlernung des regelmäßigen Zeitwortes in diesem Sinne ein ganzes oder gar zwei Jahre verwendet werden, wenn es nur, gebrauchen wir den vulgären Ausdruck, sitzt. Dann, und nur erst dann gehe man zu den anderen Verbalklassen über, systematisch über, denn daß man sie hin und wieder schon früher berührt hat, ist unausbleiblich. Kein Unterricht verläuft in gerader Linie, und nur der ungeschickte Pedant lehrt nach Schema E, biegt weder nach rechts noch nach links aus, gibt seine Stunde heute wie vor zehn Jahren und kümmert sich nicht um die Fortschritte in der Methodik und der "Wissenschaft. Beim unregelmäßigen (schwachen) Verbum werden wir uns, eingedenk des oben gesteckten Zieles, damit bescheiden, daß die Schüler ihre Formen begreifen. Es ist hier nicht nötig, daß sie die Paradigmata wie beim regelmäßigen Verbum in allen sieben Konjugationen hersagen. Auch sind nicht alle Klassen gleich wichtig. Die Verben פ״א und ל״א sind kurz zu erledigen. Die Gutturalverben bieten nichts Absonderliches, wenn man bei der Schewa- und namentlich Dageschlehre die Eigenschaften der Kehllaute א ה העיר hervorgehoben hat; der Artikel ה hat auf die Veränderungen, die sie bedingen, schon hingewiesen. Ich halte eine vollständige Durchnahme der Gutturalverben für eine Zeitvergeudung, und diese ist bei den knapp bemessenen Stunden noch mehr zu verurteilen als in den anderen Lehrfächern. Wohl aber verwende man Mühe auf die Verben ע״ו ,פ״י ,ל״ה und auf häufig vorkommende Formen, die eine doppelte Abweichung vom regelmäßigen Verbum zeigen. In welcher Weise? Die Herleitung von der entsprechenden Form des regulären Verbums ist stets die conditio sine qua non. Von ihr aus wird an Hand der Lautgesetze die neue Form gleichsam konstruiert. Die Schüler sollen schauen, wie sie entsteht; die analytische oder genetische Art des Unterrichtes bringt das Verständnis, fast möchte ich sagen, die Erleuchtung. Man spare nicht die Be-