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Jeschurun · 1916-05-01 · Heft 5 (Mai 1916) · p. Seite 254

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 5 (Mai 1916)
Date
1916-05-01
Page
Seite 254 (sequence 20)
Language
German
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254 Zum Unterricht in der hebräischen Grammatik. Flexion bei seerete, muette, appelle, achete, icb greife ganz willkürlich einige Formen heraus. Und das ist eben der springende Punkt: man zeige den Kindern die Vernünftigkeit des Gegebenen und gehe mit dem Begriffe der Ausnahme sehr spärlich um. Hierbei die Anmerkung, daß ich mir als Schüler durchaus nicht die Besucher höherer Schulen vorstelle, die fremde Sprachen treiben; ist dies aber der Fall, dann ziehe man die Parallelen und vergleiche. Das Hebräische ordnet sich dann organisch in die anderen Disziplinen ein und steht nicht mehr für sich allein. Es erfährt so nicht nur Belebung und Vertiefung an und für sich, sondern dient der Allgemeinbildung. Der Schüler steht ihm nicht mehr als etwas ganz Fremdem gegenüber, sondern freut sich, daß die Sprache der heiligen Bücher auch in der Wissenschaft eine große Rolle spielt, und er ist stolz darauf; der Gesamtunterricht des Hebräischen wird aus dem richtigen grammatischen Unterricht Vorteile ziehen, und man unterschätze die Imponderabilien nicht. Es bedarf eigentlich nicht der ausdrücklichen Hervorhebung, daß im Mittelpunkt während der ganzen Zeit das regelmäßige Verbum steht. Als Paradigma diene שמר. Freilich ist der Buchstabe ר bereits etwas verdächtig, sit venia verbo, wenn wir an seine Rolle als zweiter Radikal, wie in ברך, und an die Umstellung des ש im Hithpael denken. Doch in שמר hat ja das ר keine Bedeutung, und die Metathese muß eben beim ש und ähnlichen Buchstaben behandelt werden. Zu קטל, wie die nichtjüdischen Grammatiker, werden wir nicht greifen, weil es selten vorkommt und von ominöser Bedeutung ist, und פקד mit seinen drei Tenues, das manche grammatischen Kompendien wählen, eignet sich nicht wegen der harten und beschwerlichen Aussprache. Dieses regelmäßige (starke) Verbum nun muß gründlich geübt werden; die Schüler müssen darin so Bescheid wissen, es muß ihnen so geläufig sein wie das französische donner, das lateinische laudare; die Formen, man mag die hebräischen oder die entsprechenden deutschen einsetzen, müssen stets gegenwärtig sein; kein Herunterleiern, eine innige Vertrautheit

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