Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1916)
- Date
- 1916-05-01
- Page
- Seite 253 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Zum Unterricht in der hebräischen Grammatik. 253 umfasse., behandle man den Artikel, das Substantiv, das Adjektiv, das Pronomen usw. Sie bieten keine große Schwierigkeit. Die Hauptsache ist und bleibt das V erb um, das Zeitwort, wie übrigens in jeder Sprache; ja, auf dieses konzentriert sich die eigentliche Formenlehre. Die Konjugation des hebräischen Verbums ist schwer, sehr schwer, man gestehe es sich selbst und den Kindern ruhig ein. Und wir befassen uns da mit Begriffen, die in den indogermanischen Sprachen nichts Analoges bieten, und die wir den Schülern doch mit terminis, Hilfsausdrücken klar machen müssen, welche diesen Sprachen entlehnt sind. Wir müssen eben in der Schule mit den einmal gegebenen Faktoren rechnen und auskommen. Die größte Vorsicht und Umsicht ist erforderlich. Wie lange wir brauchen, um das Ziel zu erreichen, ist für mich nebensächlich, das hängt von den jeweiligen äußeren Umständen ab, und ich habe mir nicht die Aufgabe gestellt, einen genauen Lehrplan für eine bestimmte Schulgattung aufzustellen, sondern nur zu zeigen, wie man überhaupt das Minimum, das jeder Schüler von der Schule mitnehmen soll, wenn er Hebräisch gelernt hat, erreicht• Man überhaste also nichts. Ein Knabe, der über Kal und Niphal in ihren Formationen Bescheid weiß, ist mir lieber als einer, der alle sieben Konjugationen abhaspelt, ohne zu empfinden, was er auswendig gepaukt hat. Auf die Begriffe Prä- und Suffixe, auf das allen Verben Gemeinsame muß hingewiesen werden. Vor allem erkenne der Schüler, daß die hebräische Grammatik so fest gefügt ist, wie die der anderen Sprachen; es darf nicht die Anschauung Platz greifen, wie es mir einmal ein ganz begabter Schüler naiv offenbart hat, als ob es im Hebräischen fast nur Ausnahmen gebe, als ob nicht zwei Verben ganz gleiche Formen aufweisen. Wenn z. B. im Englischen neben boys^ dem Plural von boy (״Knabe“), countries von country (Land) erscheint, so ist dies keine Ausnahme, denn diese Vokal- Veränderung zeigt sich auch in der Komparation und Konjugation, also überhaupt in der Flexion und beruht auf einem Lautgesetz, wie etwa auch das offene e in der französischen 17*