Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1916)
- Date
- 1916-05-01
- Page
- Seite 252 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2292929-2292955-2292961--01384-2294638- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
252 Zum Unterricht in der hebräischen Grammatik. formalen Dingen. Und jene Erscheinung ist nicht wunderbar. Der Schüler fragt sich: ״Wozu Grammatik? Ich spreche ja richtig“. Wie dem auch sei, das Deutsche hat eben für den Unterricht nicht die genügende Distanz. Viele Lehrer sind auch zu ungeschickt und verstehen es nicht, die grammatische Materie schmackhaft zu machen, so daß Langeweile und grammatische Unterweisung leider fast identische Begriffe sind. Ähnlich liegen die Dinge im Hebräischen. Sind die Kinder so weit, daß man ihnen mit wirklicher Grammatik kommen muß und darf, sagen wir mal nach zwei oder drei Jahren, dann haben sie bereits durch die Übersetzung von Teilen der Bibel und der Gebete nach althergebrachter Art sich einen gewissen Vokabelschatz angeeignet und sind, möchte ich mich ausdrücken, für den grammatischen Unterricht schon verdorben, der sei ja gar nicht nötig, es gehe auch so. Wie verfahrt man also, damit die Kinder die durchaus notwendigen Kenntnisse sich aneignen? Vor allem muß eine eiserne Konsequenz von seiten des Lehrers aufgewandt werden. Ob er von jeder Lehrstunde etwas für die Grammatik absparen oder eine ganze Stunde in regelmäßigen Zwischenräumen dafür ansetzen will, bleibe hier außer acht, da es mir in keiner Weise darauf ankommt, eine Norm festzulegen, sondern nur einen Weg zu jenem Ziele zu zeigen. Die Frage kann auch gar nicht ohne weiteres beantwortet werden, nicht alle Schülerjahrgänge sind gleich, und die für den Gesamtunterricht vorgesehene Stundenzahl ist in den Schulen verschieden. Jenes empfiehlt sich, meine ich, bei jüngeren Kindern und bei einer geringen Stundenzahl; eine volle grammatische Stunde würde ich bei reiferen Schülern alle acht oder vierzehn Tage einrichten. Immer bleibt die Hauptsache die Hegelmäßigkeit; dem Zufalle, dem Ohngefähr darf nichts überlassen werden, sonst reißt Schlendrian ein, und die verwandte Mühe ist umsonst, dann ist es schon besser, auf den ganzen Unterrieht zu verzichten. Halbheit ist von Übel. Nach einem propädeutischen Unterrichte, der die Betonung, die Lehre vom Schewa und Dagesch vor allem