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Jeschurun · 1916-05-01 · Heft 5 (Mai 1916) · p. Seite 251

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 5 (Mai 1916)
Date
1916-05-01
Page
Seite 251 (sequence 17)
Language
German
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Zum Unterricht in der hebräischen Grammatik. 251 durchaus fern — kann ick nickt beipflichten. Wenn dieses die Schüler befähigen will, hebräisch zu schreiben und zu sprechen, so ist das eben ein Ziel, das über das unserer Schulen weit hinausgeht und das auf ihnen nicht erreicht werden kann, was jeder philologisch wirklich durchgebildete Lehrer mir zugeben wird. Denn die Gesamtzahl der vorhandenen Stunden müßte nur hierfür angesetzt werden, und das geht doch nicht an; der Unterricht im Hebräischen, oder meinetwegen in der Religiontt, ist doch nicht nur Sprachunterricht, sondern verfolgt hö here Absichten. Und selbst bei der Inanspruchnahme aller zur Verfügung stehenden Zeit wäre das Erreichte nur Schein, Spielerei und stünde in keinem richtigen Verhältnis zu den aufgewandten Mitteln. Meines Erachtens müßte die sogenannte direkte Methode gebraucht werden, die vor etwas mehr als 20 Jahren zuerst in den hessischen, dann auch in den anderen Schulen zur Erlernung der neueren Sprachen eingeführt wurde, und trotzdem diese lebenden indogermanischen Sprachen unseren Kindern natürlicher und leichter sind, sind die Ergebnisse nicht so glänzend, wie man es anfangs erhoffte. Ich kann hier nicht näher darauf eingehen. Ich bestehe also auf dem oben scharf umrissenen Ziele und glaube, damit das nichtige getroffen zu haben. Wie ist es zu erreichen? In dem bereits mit einem Worte charakterisierten Religionsunterrichte kann ja die hebräische Grammatik nur eine bescheidene Rolle spielen, weil die Zeit zu knapp ist. Und dazu kommt eine andere Schwierigkeit. Man hat jetzt im Kriege so oft, ernst- und scherzhaft, die Juden und die Deutschen hinsichtlich ihrer Stellung unter den Völkern verglichen. Auch der deutsch-grammatische und der hebräisch-grammatische Unterricht haben manches gemein. Jeder Lehrer weiß, wie mangelhaft die Kenntnisse des Schülers in der deutschen Grammatik sind, und wie wenig Verständnis er überhaupt der Grammatik entgegenbringt; auf dem Gymnasium mit seinem Lateinisch und Griechisch ist das freilich anders, denn diese beiden alten Sprachen beruhen ja in den ersten Jahren des Unterrichtes fast nur auf der Unterweisung in grammatischem 17

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