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Jeschurun · 1916-05-01 · Heft 5 (Mai 1916) · p. Seite 250

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 5 (Mai 1916)
Date
1916-05-01
Page
Seite 250 (sequence 16)
Language
German
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250 Zum Unterriclit in der hebräischen Grammatik. Zum Unterricht in der hebräischen Grammatik. Von Prof. Dr. J. Caro, Frankfurt a. M. Wenn ich im folgenden einige Gedanken über den Unter« rieht in der hebräischen Grammatik zusammenstelle und einem größeren Kreise unterbreite, so bin ich mir wohl bewußt, daß ich mich auf ein heiß umstrittenes Gebiet begebe und vielleicht schon deshalb, weil ich nicht Orientalist von Fach bin, Widerspruch begegnen werde. Aber ich möchte nicht versäumen zu bemerken, daß ich immerhin über einige Erfahrung verfüge und nicht nur theoretisch, gleichsam vom grünen Tische aus, an die Materie gehe, da ich viele Jahre in der Fortbildungsklasse der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft den Unterricht in der hebräischen Grammatik erteilen durfte. Daß mir von der Verwaltung volle Freiheit in bezug auf Methode und Ziel gelassen, daß ich in keiner Weise beschränkt wurde, betone ich ausdrücklich. Die Frage des sogenannten Religionsunterrichtes scheide ich aus. Es handelt sich hier lediglich um den Unterricht in der hebräischen Grammatik, dessen Schwierigkeiten wohl so alt wie er selbst sind. Bevor wir die Methode, besser eine Methode, für diese Disziplin erörtern, müssen wir uns über das Ziel klar werden, das uns vorschweben soll. Ich meine, wir brauchen und dürfen nichts anderes erreichen, als das die Schüler imstande sind, eine grammatische Form zu erkennen und bewußt zu übersetzen, was sie früher mechanisch ihrem Gedächtnis einprägten. Es ist das die mittlere Linie, die wir festhalten müssen. Die beiden extremsten Richtungen haben in den landläufigen Schulen keine Stätte. Daß Grammatik etwas Verächtliches, wenn nicht gar Schlimmeres, ist, das im Unterricht nicht behandelt werden darf, über diese fast antediluvianische Anschauung dürfen wir heute zur Tagesordnung übergehen. Aber auch dem zionistischen oder misrachistischen Programm — mit dem Namen bezeichne ich einfach eine bestimmte Richtung, ein Werturteil liegt mir

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