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Jeschurun · 1916-04-01 · Heft 4 (April 1916) · p. Seite 228

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 4 (April 1916)
Date
1916-04-01
Page
Seite 228 (sequence 52)
Language
German
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228 Die alte Zeit. sie mit ihrem Manne und hat viel Leid mit ihm zusammen getragen, aber sie war immer gut und barmherzig. Kam ein Durchreisender in dieStadt, wo speiste er?—am Tische des Raw. Lechzte ein armer Kranker nach Genesung, an wen wandte er sich um Hilfe? — An die Rebbezin! Alles Gute geschah durch ihren Einfluß. Und diese fromme Frau sollte es nicht erleben, nach Erez Jisroel zu gehen. Und wer trat an ihre Stelle? Eine einfache Frau mit großem Vermögen! Hatte ich nicht Hecht, daß wir die Wege Gottes nicht fassen und begreifen können? Ja, meine Lieben, die Rebbezin starb einige Jahre vor der Abreise des Raw. Mit ihr war die „Mutter der Stadt“ gestorben. Wer kann den Seelenschmerz des Kaw schildern?! Er alterte zusehends nach dem Tode seiner Frau und war immer traurig und niedergeschlagen. Und ungefähr ein Jahr darauf redete man ihm zu, eine reiche Witwe zu heiraten, dann würde er sich in Erez Jisroel niederlassen können. Und der Raw gab sein „Ja“. Aber als sich in der Stadt die Nachricht verbreitete, daß der Raw nach Erez Jisroel ziehen wollte, da trauerte die ganze Stadt. Es tat ihnen weh, sich von ihrem Raw zu trennen. In der Tat, gibt es heutigen Tages einen Raw, der bei jedem so beliebt ist? In unserer Stadt gab es keinen, der bei unserem Raw nicht gefunden, was er suchte: die Gelehrten bewunderten seine Scharfsinnigkeit und Beschlagenheit in Talmud und Dezisoren. Die Kaufleute behaupteten, daß es keinen gäbe, der in Geschäftsangelegenheiten so Bescheid wüßte wie er; als wäre er sein Leben lang ein Kaufmann gewesen. Die große Menge „leckte sich die Finger“ nach seinen Predigten. Und seine Gottesfurcht? Und sein Thoralernen? Manchmal ging man um Mitternacht, wenn alles schlief, an der Wohnung des Raw vorüber, da begrüßte einen die herrliche Stimme der Thora. Da ging einem das Herz auf, alle Sorge war vergessen. Aber das Bewunderungswürdigste

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