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Jeschurun · 1916-03-01 · Heft 3 (März 1916) · p. Seite 172

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 3 (März 1916)
Date
1916-03-01
Page
Seite 172 (sequence 44)
Language
German
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I 2ך Neuerscheinungen der talmudischen Literatur. der die beiden Herren die Frage behandeln, bin ich ihnen dankbar, besonderen Dank schulde ich für die Mitteilung, daß bereits schon von anderer Seite das Wort שרר in dem Sinne, in dem ich es aufgefaßt habe, gedeutet worden ist. Das gibt mir die Gewißheit, daß ich nicht ganz am Ziele vorbeigeschossen habe. Denn wenn mehrere unabhängig voneinander etwas ״Neues“ gefunden haben, so muß doch wohl etwas Wahres daran sein. Bisher hatte ich keine Gelegenheit, die angezogenen Stellen einzusehen, ich würde mich freuen, wenn sie ganz mit meinen Erörterungen übereinstimmten. — Was nun die Einwendungen gegen meine Erklärung betrifft, so muß ich bekennen, daß sie mich nicht überzeugt haben. Warum man gerade für Mauer das poetische שרר bei dem in so vielen Stellen wiederkehrenden Satz soll angewendet haben? Gerade, weil es derselbe Satz ist, der so oft wiederkehrt, ist ersichtlich, daß es sich um die Wiedergabe eines Edikts handelt, das wohl ein feierliches Gewand getragen haben mag, wenn es überhaupt wahr ist, daß das Wort שרר als Mauer, Häuserzeile in der talmudischen Zeit nicht im gewöhnliehen Sprachgebrauch angewandt worden sei. Die von mir citierte Stelle aus Megilla dürfte wohl das Gegenteil beweisen. Die Stelle aus Tanchuma ist nicht echt. Vgl. Tanchuma, Ausg. Buber. Wenn aber Dr. Klein gegen mich bemerkt ״daß jeder einzelne in Israel an jeder Mauerecke *plakatieren“ sollte, ist sicher nicht denkbar־*, so hat er sicherlich meine Worte, daß die Aufforderung zu dieser Kundgebung ״nicht an die einzelnen, sondern an die Gesamtheit“ gerichtet war, übersehen. Ob nun eine solche Erklärung der Verleugnung wirklich in Form eines Maueranschlags gegeben werden mußte, oder das כתבו mit der Zeit zu einer Metapher wurde, das mag dahingestellt bleiben. Wie wenig haltbar es ist, von dem Horn hier zu reden, das die Abfallserklärung tragen sollte, glaube ich nachgewiesen zu haben, es scheint dies aber noch um so mehr ausgeschlossen, als es beispielsweise Vajikra rabba 13 heißt: ,שאין לישראל חלק, daß kann doch nicht an den einzelnen gerichtet sein. Die von Dr. Wohlgemuth angeführte Stelle aus Midr. Tchanuka kennzeichnet sich durch den Zusatz von den Riegeln als eine sehr junge Quelle, deren Verfasser ebenso falsch das Wort שרר gelesen hat, wie die der verdächtigen Stelle in den üblichen Ausgaben des Tanchuma. Nun bedenke man schließlich noch, daß, wenn vielleicht hier gemeint sein sollte, man habe auf das Horn des Opfertiers die Verleugnung schreiben müssen, daß es nämlich nicht Gott geweiht sein solle, — wo kommt es denn vor, daß man bei einer Opfergabe zum Ausdruck bringt, wenn sie nicht, als viel mehr, wenn sie geweiht sein solle? A. S. 999991

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