Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 3 (März 1916)
- Date
- 1916-03-01
- Page
- Seite 168 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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168 Talmudisclie Miscellen. so ״hoch״ sind״ (Job. 22, 12): Ins Geistige, Metaphysische, übertragen meint somit der Psalmist: Gott ist in Zion ״groß״ in Zions, in Israels Mitte herrscht die Glaubensanschauung vor, daß Gott in der Höhe und in der Tiefe weilt und wirket, allein bei allen übrigen Völkern ist er bloß ״hoch״, diese sprechen ihm die Kenntnis menschlichen Tuns und Ergehens, die Einflußnahme auf dasselbe, völlig ab. Derselben Gedankenreihe begegnen wir auch im Ps. 113: ״Hoch bei allen Völkern ist der Ewige, auf den Himmeln ist seine Herrlichkeit״; dies die Ansicht der Heiden, allein, ״wer ist wie der Ewige unser Gott, der so hoch er auch thronet, doch tief herniederschaut, im Himmel und zugleich auf Erden, der aus dem Staube den Armen emporhebt, aus dem Schutte den Dürftigen aufrichtet, um ihn zu setzen neben die Edlen, neben die Edlen seines Volkes״. Sinnig sprach daher Salomo: ״Das Haus, das ich baue, wird ״groß״ sein, denn ״groß״ ist unser Gott mehr als alle Götter״ (II. Chr. 2, 4). Dies meinte auch Jithro mit seinem begeisterten Bekenntnisse: ״Jetzt erst weiß ich, daß Gott ״groß״ ist, mehr als alle andern Götter, denn mit demselben, worin sie frevelten, kam er über sie, — d. h. durch Ertränken wähnten die Egypter Israel zu vernichten, und nun haben sie selber im Meere ihren Untergang gefunden, wie Raschi erläuternd hinzufügt. Allerdings kommt zuweilen auch von Gott — mitunter auch von Völkern — das Bestimmungswort ״ רםhoch״ vor; aber in all diesen Fällen ist es )bloß ״schmückendes Beiwort״, und überdies wird da stets, um irrigen Auffassungen vorzubeugen, auf Gottes Erdenwelten bedeuts am hingewiesen. So lesen wir in Jesaja 57, 15: ״Denn also spricht der ״Hohe״ und Erhabene, der ewig thronet und des Name ״der Heilige״ ist: In der Höhe und als Heiliger will ich thronen, doch auch bei dem Niedergeschlagenen und dem, der gebeugten Gemüts ist? um wieder zu beleben den Mut der Bedrückten und zu beleben das Herz der Zerschlagenen״. Ebenso im Psalm 138, 6: Wahrlieh ״hoch״ ist der Ewige, aber er sieht auch den Niedrigen: er ist erhaben, gleichviel erkennt er aus der Ferne״. Und eben