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Jeschurun · 1916-03-01 · Heft 3 (März 1916) · p. Seite 150

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 3 (März 1916)
Date
1916-03-01
Page
Seite 150 (sequence 22)
Language
German
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150 Gustav Meyrinks Eoman ״Der Golem“. (Buup6<7ü>1:0£, vergl. Gen. R. VIII 7) worden sein soll, sind schon mystisch und leiten auf das Gebiet der Kabbala. Im Mittelaltergewinnt die Überlieferung immer schärferes Profil. Es kommt der Glaube an die Möglichkeit einer künstliehen Menschenbildung auf aus Lehm oder Holz (vergl. den homunculus im Faust). Mit Hilfe eines ״שם auf die Stirne oder in den Mund gelegt, konnte man diesen Gebilden Leben einflößen, so daß sie nach Wunsch Lasten tragen und sonstige grobe Arbeiten verrichteten. Salomo ibn Gabirol soll eine solche Magd sich gebildet haben, der König erhält Kunde davon, will ihn bestrafen, doch wird er von Gabirol bald belehrt, daß es kein wahres Wesen sei. Bestimmter wird die Figur des Golem zum ersten Mal in Verbindung gebracht mit Hab Elijah von Chelm (Mitte des XVI. Jahrhunderts), der sich mit Hilfe eines Schern einen G. gebildet habe (daher der ״Baal Schein“ genannt). Der G. soll einem menschlichen Ungeheuer ähnlich gesehen haben (vgl. Azulai, Schern Hagedolim, I, Nr. 163). Der Enkel des Hab Elijah, bekannt unter dem Namen des Chacham Zwi, soll von der Sache so überzeugt gewesen sein, daß er die Frage aufwirft, ob man den Golem zu Minjan mitzählen dürfte (vgl. באר היטב zu 51,2 'ש״ע א״ה לס). Dann folgt der ganze allgemein bekannte, um die Gestalt des ״Hohen“ (übrigens wohl keine Bezeichnung seiner körperlichen oder geistigen Größe, sondern wohl vom Ort seiner Herkunft abgeleitet) Habbi Löw aus Prag sich gruppierende Sagenkreis, der in der Sammlung Sippurim am populärsten geworden ist *) und der später manchen Dichter und Erzähler zu mehr oder weniger poetischen Leistungen begeistert hat. (Wir gedenken in einem späteren Artikel die Figur des G. in den einzelnen Werken genauer zu behandeln). Auch R. Elija aus Wilnn נ) Ygl. auch die Mitteilung von Jacob Grimm in der ״Zeytung für Eynsiedler (Tröstereinsamkeit), 1808, von den Juden, die ihrem Golem das Wort אכלת an die Stirne schreiben, und wenn der G. unbrauchbar gemacht werden soll, löschen sie den ersten Buchstaben (א) weg und es bleibt כלת (tot) übrig. (Mitgeteilt im Hamb. Israel. Familienblatt.. 1916, Nr. 3).

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