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Jeschurun · 1916-02-01 · Heft 2 (Februar 1916) · p. Seite 126

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 2 (Februar 1916)
Date
1916-02-01
Page
Seite 126 (sequence 62)
Language
German
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126 Mitteilungen. tige Lebenskraft an den Tag gelegt. Sie war ein Quell unversiegbaren Schaffens. Ihre wunderbare Lebenskraft bürgt dafür, daß ihr auch die Kraft der Selbsterneuerung und Verjüngung innnewohnt. Ich glaube daher zuversichtlich, daß sie eine neue, den Anforderungen einer neuen und in steter Erneuerung begriffenen Zeit entsprechende Form finden werde, ohne dadurch ihre Eigenart und ihre höchste Bestimmung einzubüßen. Sie wird auch in Zukunft ein Hort des jüdischen Geistes und ein Bollwerk des alten Judentums bleiben. Und in Zukunft mehr als je. Aus der kommenden Neugestaltung der Dinge werden ihr neue, gewaltige Aufgaben erwachsen, in denen sie ihre höchste Bewährung finden wird. Die ehernen Schranken, die Jahrhunderte Ost und West von einander trennten, sind gefallen. Die entfremdeten Brüder reichen sich die Hände zu einem neuen unlösbaren Bunde. Von der Annäherung an die deutschen Juden, die ja in hohem Maße alle jene Vorzüge besitzen, die uns abgehen, erhoffen wir Großes. Unsere deutschen Brüder müßten aber eben als Brüder zu uns kommen. Bevor sie uns bessern wollen, müssen sie lernen uns zu verstehen. Sie mögen uns belehren, aber auch von uns lernen. Nur wenn zwischen uns das brüderliche Verhältnis des gegenseitigen Verstehens und Schützens hergestellt sein wird, wenn das Selbstbewußtsein des ״Wohltäters“ schwindet, — nur dann ist zu hoffen, daß aus dieser Vereinigung zwischen Ost und West der Typus eines Ideal juden entstehen wird, in dessen Seele die streitenden Mächte zur Versöhnung gelangen, der den alten und den neuen Geist zu einer höheren Harmonie vereinigt.!!!!'iliülüüilllr Mitteilungen* Herr Direktor Dr. H. Deutsch-Fürth schreibt uns: Die in Heft 1 des lfd. Jahrga igs des Jeschurun gegebene Bericht’gung des Herrn Kabb. Dr. Kaatz-Hindenburg bedarf noch einer Id ii. 3n Ergänzung. Denn die Behauptung, daß die Zahl der Buchstaben Zhngebote 613, entsprechend den Geboten und Verboten der Thora, beträgt, hat Eabb. Dr. Kaatz nicht aus sich, sondern namens einer Haßafah zu Tanchumah Korach aufgestellt. In dieser Beziehung wäre

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