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Jeschurun · 1916-02-01 · Heft 2 (Februar 1916) · p. Seite 116

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 2 (Februar 1916)
Date
1916-02-01
Page
Seite 116 (sequence 52)
Language
German
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Die Jeschiwoth in Kußland. 116 bodka war das Studium bloß der sechs Traktate (Baba Kama7 B. Mezia, B. Bathra, Kethuboth, Gittin, Kidduschin), m den letzten Jahren auch Nedarim und Jebamoth, üblich. Die Gegenstände dieser Traktate werden bekanntlich von hervorragenden Pilpulwerken wie קצות החושן ,אבני מלואים ,נסיבות be~ handelt. Diese Traktate bieten auch einen ergiebigen Pilpulstoff. Jeder begabte Jüngling findet hier reichliche Gelegen״ heit zur Übung des Scharfsinnes und zur Bewährung seiner Talente, während die anderen Traktate sich nur für die Großen eignen. Vom Bibelstudium wird hier, wie auch in den anderen Jeschiwoth, abgesehen. Allein das, was den Unterschied zwischen Slobodka und Woloschin eigentlich charakterisiert, ist der Pilpul. Rabbi Chajim wies jeden Pilpulzurück und achtete streng aufeine einfache logische, imSinne der פשט gehaltene Methodik. Rabbi Israel Salanter machte den Pilpul wieder jescbiwafähig. In einem in der התבונה״* veröffentlichten Aufsatz führt er aus, daß man ohne Zubilfenähme des Pilpuls den Thorawerken nicht auf Grund zu kommen vermöge דברי הורה עניים בם׳ ז ועשירים במי ׳א. Zum Schlüsse bemerkt er: ״Die menschliche Seele strebt nach Weite, der Geist nach freiem Flug. Zwängt man ihn in den engen Rahmen des פשט, dann beschneidet man ihm die Flügel und er siecht dahin.“ Rabbi Chajim bekämpfte den Chassidismus. Dem Glauben drohte keine Gefahr. Im Gegenteil: das religiöse Gefühl hatte durch den Chassidismus eine Vertiefung erfahren. Die Macht des logischen Denkens allein mußte eine Stärkung erfahren, um gegen die anschwellende Flut des chassidischen Mystizimus erfolgreich anzukämpfen. Rabbi Israel dagegen hatte׳ einen Kampf mit der Haskala zu bestehen. Die Haskala untergrub die Grundfesten des Glaubens. Sie wollte den Juden aus seiner engen Welt herausführen, indem sie ihm weitere, reichere Welten vorspiegelte, statt europäischer Has״ kala bot Rabbi Israel jüdische Kultur; der Pilpul aber ist ja ein wertvoller Bestandteil dieser Kultur. Was ist die gesamte talmudisch-babylonische Literatur anders als Pilpul? Sowohl unsere ראשונים, wie die Tossaphisten, als auch die אחרונים• Größen*

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