Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1916)
- Date
- 1916-02-01
- Page
- Seite 107 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Jeschiwoth in Rußland. 107 Es würde zu weit führen, wollten wir nun im Einzelnen hier den Beziehungen der von Ibsen entwickelten Ideen zu denen der jüdischen Religion nachgehen. Dem denkenden Leser ergeben sie sich ohne weiteres. Und wer S R, Hirsch’s ״Judentum und Hellenismus“ (Ges. Schriften I 9) gelesen und wem der in dieser Zeitschrift jüngst erschienene Aufsatz: ״Wider den Astheticismus“ (Jeschurun II 11) gegenwärtig ist, der wird erstaunt sein über die Verwandtschaft der hier vom nichtjüdischen Dichter ausgesprochenen Gedanken mit denen der jüdischen Autoren. lim!! Die Jeschiwoth in Rußland. Von Rabbiner J. Weinberg, Pilwischki. (Schluß). Allein der Gründung der Jeschiwa zu Woloschin lag nicht allein der positive Zweck der Verbreitung der Thorakenntnis zugrunde, sondern auch ein anderes, mehr negatives Bestreben—die Jeschiwa sollte alsBollwerk gegen den aufstrebendenChassidi smus dienen, der sich gerade zu jener Zeit durchzusetzen begann. Der Chassidismus als geistige Bewegung ist auf dem wankenden Boden des in Niedergang und Auflösung begriffenen Wirtschaftslebens entsprungen 1). Die gleichzeitig wachsende Verarmung des talmudischen Denkens und der überhand nehmende theoretische Rationalismus ließ ein tiefempfundenes Bedürfnis nach jener mystisch-poetischen Geistes- Strömung aufkommen, die ja den innersten Kern des Chassidismus bildet. Im Midrash zu Schir-Haschirim finden wir folgende Betrachtung in Anknüpfung an den Bibelvers "כי חולה ״ :אהבה אני"Ehemals, als noch die Pruta häufig war, trug alles ג) Vgl. Dubnow העתיד: מביא לקורות החסידות