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Jeschurun · 1916-02-01 · Heft 2 (Februar 1916) · p. Seite 100

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 2 (Februar 1916)
Date
1916-02-01
Page
Seite 100 (sequence 36)
Language
German
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IOO Weltu. Leben sanschauung in Ibsens ״Kaiser u. Galiläer4‘. Julian: Was ist meine Tat? Die Stimme: Du sollst das Reich fest begründen! Julian: Welches Reich? Die Stimme: Das Reich! Julian: Und auf welchem Wege? Die Stimme: Auf dem der Freiheit. Julian: Rede aus! Welches ist der Weg der Freiheit? Die Stimme: Der Weg der Notwendigkeit. Julian: Und durch welche Macht? Die Stimme: Durch den Willen! Julian: Was soll ich wollen? Die Stimme: Was Da mußt. Die Aufgabe Julians verkündet eigentlich schon Agathon im ersten Akt, nämlich, das Christentum zu einigen und die ״Welt zu säubern“. Hier bleibt es aber unklar, ob er dasalte Reich festigen oder ein neues begründen soll. Julian deutet es falsch. Und wie er die schöne weltliche Helena zur Gattin erwählt, anstatt seinem innersten Gefühle folgend Makrina, so kehrt er auch zu den Göttern Griechenlands zurück, anstatt das Christentum in reiner Form herzustellen! Doch gegen seinen Willen löst er die ihm erteilte Aufgabe und geht dann von der Notwendigkeit zertreten unter, ohne die selbst gesteckten Ziele erreicht zu haben. Das Christentum •rsteht gerade durch die Verfolgung seiner Anhänger neu, so daß der fromme Basilios zu der Ansicht kommt: ״Kaiser Julian war uns eine Zuchtrute — nicht zum Tode, sondern, zur Erhebung“. Und am Totenbett Julians klagt Maximos •rbittert: Warst Du auch dieses Mal nicht der Rechte — Du Schlachtopfer der Notwendigkeit? Was ist es Wert zu leben? Alles ist Spiel und Tand. — WoBen heißt wollen, müssen.“ Maximos, wie der Geist, den er einst vor Julian heraufbeschwor, beziehen das ״Wollen“ und ״Müssen“ auf den faktischen Erfolg, sonst könnten ihre Erfahrungen sie nicht za dem Satze führen: ״Wollen heißt wollen müssen! Denn Julian hatte einen \ollkoramen eigenen Willen, bei dem zwar menschliche Affekte, aber nicht wunderbare übermenschliche- Einflüsse, in gewissen Grenzen mitbestimmend waren, doch der Erfolg war ein Muß.“

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