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Jeschurun · 1916-02-01 · Heft 2 (Februar 1916) · p. Seite 97

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
3 (1916)
Issue
Heft 2 (Februar 1916)
Date
1916-02-01
Page
Seite 97 (sequence 33)
Language
German
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Weltu. LebensansehaunDg in Ibsens ״Kaiser u. Galiläer“. qj In die Mitte des vierten Jahrhunderts, in die Zeit der Regierung des Kaisers Konstantes führt das Drama. Julian, des Kaisers Vetter, glaubt sich berufen, die Zwietracht unter den Christen zu schlichten und ״die Welt zu säubern“, weil eine Erscheinung seines Freundes. Agathon, ihn als den Mann bezeichnet hat, der ״in die Höhle hineingehen und mit dem Löwen kämpfen soll“. Heimlich reist er nach Athen, wo er den Weisheitslehrer Libanios, in dem er ,.den Löwen“ sieht, aufsucht, um sogleich, von seinem geistigen Tiefstand enttäuscht, nach Ephesos zum Mystiker Maximos zu gehen, der mit übermenschlichen Mächten in Verbindung stehen soll. Bald gerät er unter den Einfluß dieses Gelehrten. Eine Stimme, die ihm auf Maximos Beschwörung hin zuruft: ״Du sollst das Iteich fest begründen!*, ihm aber nur zweideutige Antworten gibt, als er näher forscht, welches Reich es sei, legt Julian nach seiner Eitelkeit aus, und als ein Bote ihm den Purpurmantel der Caesarenwürde reicht, mit dem Auftrag, den Gallieraufstand zu unterdrücken, und ihm zugleich die Hand der schönen Helena, der Schwester des Kaisers, zusichert, greift er trotz der Warnung seiner Glaubensgenossen zu. Selbst Maximos fragt: ״Gewählt trotz Zeichen gegen Zeichen?“ Julian erkämpft den Sieg und erweckt schon dadurch Mißtrauen bei Hofe. Er wird abberufen. Seine Gattin, Helena., die Julian einen Sohn gebären soll, wird vergiftet und gesteht im Tode, mit einem Priester Ehebruch getrieben zu haben. Julians Vertrauen zum Christentum, dessen Anhänger solcher Verbrechen fähig sind, schwindet. In einer ״Antoniusrede“ reißt er das Heer dazu hin, ihn zum Kaiser auszurufen. Die letzte hemmende Kraft verliert sein schwankendes Gewissen, als Helena zur Heiligen erhoben wird, und Maximos ihm erklärt, wie die Religion, der eigentlich die Christen doch nicht folgen, die Freiheit und den Erfolg behindere. Mit den Worten: »Frei, frei! Mein ist das Reich!“ tritt er unter die Soldaten, um sie gegen Rom zu führen. Konstantios stirbt, bevor es zu einem Zusammenstoß kommt. Jetzt will Julian, als Kaiser, die Götter Griechenlands 7

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